Eingangsbereich in Herzform und doppelt so viel Platz
Der Generalplaner hat den Vorentwurf zum Grundschulneubau in Wennigsen präsentiert. Frühester Baustart ist für den Sommer 2027 vorgesehen.

Vortrag im Rathaus: Karsten Schlattmeier zeigt die Vorentwürfe zum Neubau der Grundschule Wennigsen.fotos: Stephan Hartung
Wennigsen. Die Grundschule Wennigsen erhält einen Neubau für geschätzt 36 Millionen Euro, wobei sich die Planungskosten auf 2,3 Millionen Euro belaufen. Der von der Stadt nach einem Ausschreibungswettbewerb beauftragte Generalplaner, das Architekturbüro Schlattmeier aus Herford, war am Dienstag im Schulausschuss zu Gast. Geschäftsführer Karsten Schlattmeier stellte den Vertretern von Politik und Verwaltung dort den Vorentwurf mit Grundrisszeichnungen vor. Die wichtigsten Aspekte im Überblick.

Der Eingangsbereich: Das Entree zur Grundschule mit Foyer wird in der Form eines Herzens gebaut. Zudem erhält der Eingangsbereich eine komplette Verglasung. „Man kann vom Sekretariat aus sehen, wer ins Gebäude kommt. Damit ist eine soziale Kontrolle vorhanden. Auch der Hausmeister sitzt in einem Glaskasten und hat einen Überblick“, erklärt Schlattmeier.

Das Lehrerzimmer: Lehrkräfte sollen künftig mehr Platz haben. Ihr Aufenthaltsraum wird vergrößert und ist zentral im Gebäude gelegen, so wie es sich die Schule gewünscht hat. „Wir wollen gern mittendrin sein“, sagt Schulleiterin Melanie Engelke. Auch vom Komfort her wird der Raum aufgewertet. Geplant seien eine separate Küche und eine Lounge-Ecke, sagt der Architekt, der hinzufügt: „Auch sonst wird es im neuen Gebäude Bereiche geben, in die sich die Lehrkräfte zurückziehen können.“

Das Schulgebäude: Es wird wegen eines Aufzugs nicht nur komplett barrierefrei sein, sondern in einer sogenannten Mäander-Form gebaut. Dabei entstehen, nach dem Bedarf der Schule, mehrere sogenannte Cluster. Ein Cluster wiederum umfasst vier Klassenräume. Zudem gibt es Differenzierungsräume. „Wir haben bereits 40 Schulen gebaut, aber vor 20 Jahren gab es noch keine Differenzierungsräume“, sagt Karsten Schlattmeier. „Den Begriff kannte man gar nicht.“ Aktuell verfügt die Schule über eine Nutzfläche von 1750 Quadratmetern, künftig werde es doppelt so viel sein: 3500 Quadratmeter. Auch die Bruttogeschossfläche, die sämtliche Flächen einbezieht, darunter auch Wände, Treppenhäuser und technische Anlagen, verdoppelt sich von 4500 auf rund 9000 Quadratmeter.

Die Sporthalle: Die alte Turnhalle Im Lindenfelde steht wegen des Umbaus in eine moderne Dreifeldhalle am jetzigen Standort lange Zeit nicht zur Verfügung. Aber das Warten dürfte sich für den Schul- und Vereinssport lohnen. Die neue Sporthalle wird um eine Etage nach unten verlegt und quasi im Boden versenkt. „Wer in die Sporthalle geht, erreicht sie auf der Ebene der Tribünen und schaut dann runter in die Sporthalle“, erklärt Schlattmeier. Grund: So passt sie sich besser in die Umgebung ein. „Sonst wäre sie neun Meter hoch und zu mächtig, auch wegen des Seniorenheims nebenan“, sagt der Planer. Die Sporthalle soll 300 Sitzplätze und für den Lichteinfall große Oberlichter mit Glasfassade nach Norden erhalten.

Mensa und Veranstaltungen: Die künftige Kantine wird ausgelegt für 160 Personen. Im vorderen Bereich ist ein Salat-Büfett geplant, außerdem eine sogenannte Frische-Anreiche. Im Obergeschoss werden Tische und Stühle aufgestellt. Der Clou: Der Bereich ist auch als Aula für Veranstaltungen mit bis zu 200 Personen zu nutzen – inklusive Bühne.

Das Außengelände: Hier wird es große Veränderungen geben mit Elementen zum Klettern, Schaukeln und Rutschen sowie Hangspielgeräten, Sitzgelegenheiten, Basketballkörben und Tischtennisplatten. In einem Geräteschuppen kann künftig Material gelagert werden. Für die Neugestaltung müssen allerdings 50 Bäume weichen, wie Markus Schmidt vom Landschaftsarchitektur-Büro Chora Blau erläutert. Dafür würden 50 neue Bäume gepflanzt.

Park- und Stellflächen: Für Fahrzeuge gibt es künftig mehr Abstellmöglichkeiten bei der Schule. Aus den aktuell 32 werden 37 Parkplätze für Autos. Das gesamte Gelände mit Flächen an der Sporthalle betrachtet erhöht sich die Stellplatzzahl um 32 auf 156 im Vergleich zum Bestand.

Der Zeitplan: Selbst wenn es wirkt, als sei die Planung schon weit, sagte Schlattmeier: „Jetzt ist es noch ein Vorentwurf.“ Im Herbst solle der eigentliche Entwurf mit dann auch ersten Visualisierungen vorgestellt werden. Der Baubeginn sei in Abhängigkeit von der notwendigen Bauleitplanung für die zweite Hälfte von 2027 vorgesehen. Fertig sein soll der Grundschulneubau dem aktuellen Stand nach im Sommer 2031. Umbau und Neubau erfolgen im laufenden Betrieb – inklusive Container-Lösungen. „Ohne Container wird es nicht gehen“, weiß auch Schulleiterin Engelke. Vor allem die Verwaltung werde lange in mobilen Räumen untergebracht. Laut Karsten Schlattmeier wird derzeit ein Angebot geprüft, Container auf der gegenüberliegenden Straßenseite aufzustellen.

Der weitere Weg: Dem Schulausschuss gefiel der Vorentwurf. Sechs Mitglieder stimmten für ihn – bei einer Enthaltung. „Wir geben den Vorentwurf als Empfehlung an weitere Fachausschüsse weiter“, betonte die Erste Gemeinderätin Jacqueline Gebauer, die betont: „Am Ende entscheidet der Rat.“ Das Gremium tagt am 21. Mai.



Druckansicht