Für die Vereinsgründerin ist das Projekt eine Herzensangelegenheit. „Es ist ein Angebot, das sich gezielt an junge Menschen mit Beeinträchtigungen richtet“, sagt Hrynkiewicz. Das Pilotprojekt und der geplante Vereinsbetrieb – mit lizenziertem Personal – seien auf Kinder und Jugendliche mit Handicap zugeschnitten. „Es ist vor allem ein Angebot für die jungen Menschen, die im klassischen Sportverein keinen passenden Platz finden.“
Der Startschuss ist Anfang März gefallen. „Inzwischen machen schon zehn Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren bei den Trainingseinheiten mit“, berichtet Hrynkiewicz. Die 29-Jährige wohnt mit ihrem Mann Marcin in Barsinghausen. Kinder hat das junge Ehepaar bisher nicht. Die Teilhabe beeinträchtigter Menschen liegt beiden auch beruflich sehr am Herzen. Vor zweieinhalb Jahren haben sie in Barsinghausen einen Schulbegleitungsdienst gegründet, der jungen Menschen mit Beeinträchtigungen eine gleichberechtigte Teilhabe am Schulalltag ermöglicht.
„Ich wollte schon immer mit Kindern und Jugendlichen arbeiten“, sagt Hrynkiewicz. Auf das Fehlen passender inklusiver Sportangebote sei sie in Gesprächen aufmerksam geworden. „Ich habe auch eine Freundin, die Mutter eines Kindes mit Förderbedarf ist“, erzählt sie. Deshalb sei die Idee entstanden, dafür einen Sportverein zu gründen. „Weil Inklusion so unfassbar wichtig ist“, sagt Hrynkiewicz.
Sie beschreibt den Hintergrund genauer: „Für junge Menschen, die zum Beispiel von Hyperaktivität, Autismus oder Sprachbarrieren betroffen sind, ist es oft schwer, am normalen Trainingsbetrieb eines klassischen Sportvereins teilzunehmen.“ Vor gut drei Monaten haben Hrynkiewicz und ihr Mann deshalb mit Freunden und Angestellten ihrer Agentur den Sportverein Happy Evolution gegründet – in Anlehnung an ihre gleichnamige Firma. Das passe perfekt zur gemeinsamen Grundhaltung, findet Hrynkiewicz. Denn Happy Evolution bedeutet übersetzt „glückliche Entwicklung“.
„Im Training stehen Bewegung, Freude und Teilhabe im Mittelpunkt“, sagt die Vereinsvorsitzende. Um den jungen Menschen bestmögliche Unterstützung zu bieten, werden die Einheiten von ausgebildeten Trainern geleitet und von pädagogischen Fachkräften betreut. Hrynkiewicz ist selbst ausgebildete Erziehungs- und Entwicklungsberaterin, Kinderschutz-, Inklusions- und Integrationsfachkraft sowie psychologische Beraterin.
Für die Übungseinheiten hat der Verein Zeiten in Sporthallen gebucht. Das Training ist montags jeweils von 14 bis 16 Uhr in der Halle des TSV Langreder sowie mittwochs von 14 bis 16 Uhr beim TSV Kirchdorf. Vereinsbeiträge werden in der Probephase noch nicht erhoben. Zunächst geht das Ehepaar Hrynkiewicz für die Übungsleiterkosten und Hallenzeiten mit Firmenkapital in Vorleistung. Für den geplanten Dauerbetrieb sollen dann Mitgliedsbeiträge erhoben werden. Auch Förderzuschüsse sind beantragt.
Jetzt geht es dem jungen Verein darum, auf das neue Angebot aufmerksam zu machen und weitere Nachwuchssportler zu gewinnen. „Das Angebot lässt sich ausbauen“, sagt die Vorsitzende.