Abschied mit Wehmut:Kripo-Chef geht in Pension
43 Jahre im Dienst: Joachim Eickmeyer erlebte Chaostage,Drogenfahndung und immer mehr Bürokratie

Geht in Ruhestand: Barsinghausens Kripochef Joachim Eickmeyer.foto: Stephan Hartung
Barsinghausen. 43 Jahre Polizeidienst, davon zwölf in Barsinghausen – eine lange Zeit, die für Joachim Eickmeyer bald endet. Der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes der Polizei Barsinghausen geht am 31. Juli in Pension, der letzte Arbeitstag vor dem Eintritt in den Ruhestand ist Anfang Juni. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung hat sich mit dem 61-Jährigen getroffen. Dabei sprach Eickmeyer über …… seinen Berufswunsch: „Ich wollte schon immer zur Polizei gehen. Etwas anderes hätte ich mir nie vorstellen können. Bis zum Abitur hatte ich sowieso gar keinen Plan B.“ Dabei muss der 61-Jährige lachen.… seine Liebe zum Job: „Schön ist die Abwechslung. Man weiß bei Dienstbeginn nie, was auf einen zukommt.“ Außerdem habe ihm immer die Vielfalt der Themen gefallen, vor allem die Zeit, als er mit Drogendelikten zu tun hatte. Und egal, in welchen Dienststellen er gearbeitet hat: „Die Teamarbeit war und ist immer super, das gemeinsame Arbeiten mit den Kolleginnen und Kollegen hat Spaß gemacht.“… Wehmut: „Ja, die ist vorhanden. Ich war 43 Jahre bei der Polizei.“ Dennoch spricht Eickmeyer auch davon, dass er außer einem weinenden auch ein lachendes Auge Zan wechselt das 3:2 ein: SV Iraklis Hellas will den Derbysieg mehr als der OSV Hannover hat. „Ich freue mich darauf, ab sofort mehr zu Hause zu sein und viel Zeit privat und mit meiner Frau verbringen zu können.“… Veränderungen bei der Arbeit: In mehr als 40 Jahren verändert sich natürlich auch der Polizeidienst. „Personell gibt es keine Unterschiede, da sind wir mit unserem Team gut aufgestellt. Die Belastungen sind aber höher geworden. Früher hatte man mehr Zeit, eigeninitiativ Ermittlungen anzustellen.“ Und da ist auch noch die Bürokratie, die eigentlich nach dem Willen der Politik abgebaut werden sollte. Eickmeyer berichtet von anderen Erfahrungen. „Nach meinem Gefühl nehmen die Formalitäten zu. Auch die Digitalisierung führt zu Mehrbelastungen und nicht zu einer Entlastung des Arbeitspensums.“… seinen gefährlichsten Einsatz: Eickmeyer war als sogenannter Halb-Zugführer bei den Chaostagen 1995 in Hannover im Einsatz. „Es gab in meiner Dienstzeit auch mal körperliche Auseinandersetzungen im Einsatz- und Streifendienst. Bei den Chaostagen war es eine unfassbare Gewalt, die wir erlebt haben.“ Bis 2014 war er zudem bei mehreren Castor-Transporten im Einsatz. „Da ging es auch mal gewalttätig zu. Aber nicht ansatzweise so wie bei den Chaostagen.“… seinen schönsten Einsatz: 1997 bezog die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft ein Trainingslager in der Sportschule in Barsinghausen, um sich auf ein Qualifikationsspiel gegen Albanien vorzubereiten. Eickmeyer war damals der Verbindungsbeamte zwischen der Nationalmannschaft und der Polizei Hannover. Er sah in Barsinghausen Bundestrainer Berti Vogts und dessen Assistenten Rainer Bonhof. „Bohnhof war seit der Kindheit mein Idol. An meinem zehnten Geburtstag am 7. Juli 1974 haben wir mit der Familie das WM-Finale Deutschland gegen die Niederlande im Fernsehen verfolgt.“… seinen kuriosesten Einsatz: Zu seiner Zeit bei der Autobahnpolizei machte ein Bus plötzlich Halt auf der Autobahn 2 an einer Raststätte. Der Fahrer weigerte sich, die betrunkenen Fußballfans weiter in Richtung Ruhrgebiet zu fahren. „Das war gar nicht so einfach, mit vier Leuten die Fans im Zaum zu halten, dass sie nicht auf die A2 laufen“, erinnert sich Eickmeyer. Nachts konnte ein Ersatzbus beschafft werden.… seine Zeit im Ruhestand: „Ich freue mich auf meine Hobbys. Ich habe zwei Oldtimer und ein Motorrad, kann damit nun endlich mal wieder fahren. Außerdem machen wir gern Urlaub in Südtirol und unternehmen kurze Städtetrips. Da muss ich nun nicht mehr auf meinen Dienstplan achten.“





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