Meilensteine der Stadtgeschichte
In der beliebten Heimatbund-Reihe „Gelbe Hefte“ erscheint im Mai die 79. Ausgabe. Es ist ein neuer Wegweiser: Heimatforscher Helmuth Temps hat drei Entdeckertouren ausgearbeitet.

Ein Blick in die Vergangenheit: Der neue Wegweiser des Heimatbundes zeigt auch eine Skizze des Marktplatzes mit dem „Café am Markt“ (mittleres Gebäude) aus dem Jahr 1957.skizze: Heimatbund Gehrden
Gehrden. Echte Einblicke anstatt virtueller Rundreisen: Der Heimatbund Gehrden setzt im digitalen Zeitalter auf Erlebnisse mit allen Sinnen. In der Reihe „Gelbe Hefte“ erscheint demnächst die 79. Ausgabe. Heimatforscher Helmuth Temps hat für die neue Ausgabe drei Entdeckertouren ausgearbeitet. Die Spaziergänge führen zu den wichtigen Orten der Stadtgeschichte und sollen an den Originalschauplätzen vergangene Zeiten wieder lebendig machen.

„Ich erlebe bei Stadtführungen immer wieder große Überraschungen“, sagt Heimatbundmitglied Temps. Zwar sei vielen Teilnehmenden ein Großteil der Gehrdener Sehenswürdigkeiten bereits bekannt. An den Originalschauplätzen der Stadtgeschichte höre er jedoch auch regelmäßig: „Das wusste ich noch gar nicht. Hier war ich noch nie“, berichtet Temps. Gemeinsam mit dem Heimatbund-Arbeitskreis Lokalgeschichte habe er deshalb für die „Gelben Hefte“ einen Wegweiser zu den historischen Orten gestaltet. Das neue Heft sei als Anregung zu verstehen, sich selbst auf den Weg zu machen und die Stadt zu erkunden.

Im ersten Kapitel des Heftes wird historisches Grundlagenwissen vermittelt. Es ist eine Zeitreise zu den ersten geschichtlichen Zeugnissen der Stadtgeschichte: „Auf der Kuppe des Suerser Berges befindet sich ein Steingrab aus der Bronzezeit“, erklärt Temps. Schon vor mehr als 3000 Jahren sei dort ein Mensch begraben worden.

Die Leserinnen und Leser erfahren auch etwas über die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1154, die evangelische Margarethenkirche als ältestes Bauwerk aus dem Jahr 1250 und die 1666 entstandene Brauerei am Dammtor. Die Einführung beschreibt auch die Entwicklung der Stadt vom Rechtsstatus eines „Fleckens“ bis zur Bildung der heutigen Einheitsgemeinde durch die Gebietsreform.

So sind die Gehrdener gut gerüstet, um sich mit dem „Gelben Heft“ auf den Weg zu machen. Der erste Spaziergang führt durch den historischen Stadtkern: Vom Rathaus geht es zur Margarethenkirche über den Marktplatz zum 1586 erstmals erwähnten Ratskeller.

Weitere Stationen sind unter anderem die Lyrabank und das Vierständerhaus, Nedderntor und Steintor. Im Heft finden sich Informationen zu den einzelnen Orten. Ergänzt wird das mit historischen Aufnahmen, Bildern und Skizzen. „Das Heft eignet sich gut als Reiseführer“, sagt Temps. Besonders viel ist über das Steintor als Bahnhofsstandort der einstigen Straßenbahnlinie 10 zu erfahren.

„Der Gehrdener Berg ist eine Kette aus Burgberg, Köthnerberg und Suerser Berg“, berichtet Temps. Die zweite Entdeckertour beginnt aber zunächst im Ottomar-von-Reden-Park und führt am Klinikum Robert Koch vorbei. Anschließend wird der südliche Suerser Berg – benannt nach der einstigen Siedlung einer adligen Familie – umrundet. Der Spaziergang führt auch auf den nahen Lemmier Berg. Die Tour führt auch am Holledenkmal und der Mergelkuhle vorbei. Auch zu diesen Stationen finden sich im Heft zahlreiche Informationen und Bilder. Die dritte Zeitreise des Heimatbundes führt über den Köthnerberg und den Burgberg: Zu den Stationen zählen die Standorte des früheren Felsenkellers und des einstigen Waldschlösschens mit der legendären Kneipe „Räuberhöhle“.

Zu dieser Tour gibt es auch Informationen zur Geschichte des Berggasthauses Niedersachsen, der Struckmeyerschen Mühle und zum Bau des Matthias-Claudius-Gymnasiums im Jahr 1949.

Die 79. Ausgabe des „Gelben Heftes“ erscheint am 15. Mai 2026. Interessierte erhalten das 56-seitige Heft für 5 Euro in der Buchhandlung Lesezeichen und in der Stadtbibliothek. Die Auflage liegt bei 120 Exemplaren.





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