Die Stadt hat ein neues Beschwerdeportal eingerichtet. Unter der Adresse www.buergertipps.ronnenberg.de können die Bürgerinnen und Bürger die Verwaltung auf Missstände hinweisen. „Durchschnittlich gehen pro Woche 30 bis 40 E-Mails ein“, sagt Caroline Milligan aus dem Büro des Bürgermeisters. Die Beschwerden und Hinweise mussten bislang noch gefiltert und in die entsprechenden Fachabteilungen weitergeleitet werden, sagt sie.
Über das neue Portal landen die Anfragen der Einwohner und Einwohnerinnen Ronnenbergs nun aber direkt bei den zuständigen Teams innerhalb des Rathauses. Möglich ist dies, weil die Meldung detailliert ausgefüllt und mit einer entsprechenden Kategorie – unter anderem „Abfallentsorgung“, „Leih-Fahrräder und E-Roller“ oder „Straßen und Wege“ – versehen werden kann. „Und es gibt auch die Möglichkeit, auf einer Stadtkarte genau den exakten Standort anzugeben, an dem der Mangel zu finden ist“, sagt Marlo Kratzke (SPD), Bürgermeister von Ronnenberg. „Somit müssen unsere Leute draußen vor Ort nicht lange suchen, wo sich beispielsweise der Müll befindet.“ Es besteht zudem die Möglichkeit, Bilder hochzuladen und der Meldung hinzuzufügen.
Seit vier Wochen ist das Bürgertippsportal online, bis vor Kurzem aber noch im internen Testbetrieb. Die Idee entstand vor rund einem Dreivierteljahr, schätzt der Bürgermeister. Aber dann dauerte es noch ein wenig mit der Umsetzung. „Wir mussten noch Angebote einholen, außerdem Texte, Bilder und Informationen einpflegen“, berichtet Heike Schulz aus dem Büro des Bürgermeisters.
Kratzke findet, dass sich die Stadt mit dem neuen Angebot einen weiteren Schritt auf die Bürgerinnen und Bürger zu bewegt. „Für sie verstehen wir uns als Dienstleister, können uns mit dem neuen Portal weiterentwickeln.“ Und mit einem Augenzwinkern stellt der Bürgermeister fest: „Ein bisschen steigt dann auch der Druck für uns als Stadt, dass wir den Mangel beseitigen, auf den wir hingewiesen worden sind.“
Caroline Milligan hat noch einen Hinweis: Die Bürgerinnen und Bürger erhalten über das Bürgertippsportal auch eine Rückmeldung, sobald die Stadt das Anliegen erledigt hat. „Dazu muss man die eigene E-Mail-Adresse angeben. Dies gewährleistet eine zeitnahe Rückmeldung zum aktuellen Bearbeitungsstand.“ Zudem sei es erforderlich, bei der Abfrage, ob die Beschwerde veröffentlicht werden kann, mit „Ja“ zu antworten. Aber: Wer einen Mangel angibt, kann sich sicher sein, anonym bleiben zu können, versichert die Stadt.
Janina Arnold betont, dass sie nicht die Person sei, die sich ständig beschwere und gegenüber anderen Menschen als Denunziant auftrete. Aber in einer E-Mail an die Stadt vor wenigen Wochen habe sie mal eine Zusammenfassung gegeben, was sie alles gestört habe. „Auf dem Weg zur Arbeit sehe ich bei Aldi in Empelde immer große Müllberge. Da hatten es sich schon die Ratten bequem gemacht“, erzählt sie. Auch die oft herumliegenden E-Scooter habe sie in ihrer Mail an die Stadt erwähnt. Ab sofort kann sie Mängel nun direkt über das Bürgertipps-Portal melden.