Weniger Unfälle, aber Polizei sieht neue Risiken
Zahl der Verkehrsunfälle sinkt deutlich – keine Toten, weniger Schwerverletzte.Sorgen bereiten E-Scooter und klassische Unfallursachen.

Barsinghausen. Die gute Nachricht zuerst: Auf Barsinghausens Straßen ist es im vergangenen Jahr deutlich sicherer geworden. Die Polizei registrierte 2025 insgesamt 684 Verkehrsunfälle – nach 745 im Jahr zuvor und sogar 778 im Jahr 2023. Damit ist die Zahl auf den niedrigsten Stand der vergangenen fünf Jahre gefallen.

Mit dem Rückgang der Unfälle geht auch eine positive Entwicklung bei den Folgen einher. Die Zahl der Verletzten sank von 150 im Jahr 2024 auf 129 im Jahr 2025. Auch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ging weiter zurück – von 114 auf 101 Fälle.

Besonders bemerkenswert: Die Zahl der Schwerverletzten ist weiter gesunken und liegt nun auf dem niedrigsten Stand im Fünfjahresvergleich. Gleichzeitig gab es – wie schon 2024 – erneut keinen Verkehrstoten.

Ganz entspannt blickt die Polizei dennoch nicht auf die Entwicklung. Denn bei den Ursachen zeigt sich ein bekanntes Bild: Vorfahrtfehler und überhöhte Geschwindigkeit bleiben die Hauptgründe für Unfälle.

Im Jahr 2025 wurden etwa 44 Unfälle auf Vorfahrtsverstöße und 24 auf unangepasste Geschwindigkeit zurückgeführt.

Zugleich verschieben sich die Risiken im Detail. Während sich die Lage bei Radfahrern entspannt hat – die Zahl der Unfälle ging von 38 im Jahr 2024 auf 29 im Jahr 2025 zurück –, rücken andere Gruppen stärker in den Blick.

So ist die Zahl der Unfälle mit Fußgängern zuletzt wieder gestiegen: Nach 7 leicht verletzten Fußgängern im Jahr 2024 wurden 2025 insgesamt 11 registriert.

Auffällig ist außerdem die Entwicklung bei E-Scootern. Hier hat sich die Zahl der registrierten Unfälle innerhalb von zwei Jahren deutlich erhöht – von 2 Fällen im Jahr 2023 auf 9 im Jahr 2024 und zuletzt 4 im Jahr 2025.

Ein differenziertes Bild zeigt sich bei den Altersgruppen: Kinder waren 2025 so selten in Unfälle verwickelt wie seit Jahren nicht mehr. Die Zahl der leicht verletzten Kinder sank von 14 im Jahr 2024 auf 7 im Jahr 2025. Zudem gab es nur einen Schulwegunfall.

Bei älteren Menschen bleibt die Lage dagegen stabil. 2025 wurden 22 Seniorinnen und Senioren leicht verletzt, dazu kamen vier Schwerverletzte – Werte auf ähnlichem Niveau wie in den Vorjahren. Mehr als die Hälfte war dabei als ungeschützter Verkehrsteilnehmer unterwegs.

Ein weiteres Problemfeld bleibt die Unfallflucht. Zwar ist die Zahl der Fälle von 234 im Jahr 2024 auf 221 im Jahr 2025 zurückgegangen. Dennoch macht sie weiterhin einen großen Anteil aus: Mehr als jede dritte Unfallmeldung (32,3 Prozent) betrifft eine Flucht vom Unfallort.

Die Aufklärungsquote liegt bei rund 41 Prozent und damit leicht über dem Vorjahreswert.

Für die kommenden Jahre setzt die Polizei klare Schwerpunkte. Neben der Geschwindigkeit rückt vor allem die Fahrtüchtigkeit in den Fokus der Kontrollen.

Ziel ist es, den positiven Trend bei den Unfallzahlen zu stabilisieren – und gleichzeitig neue Risiken frühzeitig einzudämmen.

Druckansicht