Weetzen II, Seegrasweg, Linderte, Empelde In der Beschen und Ronnenberg V – die Liste der städtischen Kita-Neubauten in den vergangenen zehn Jahren ist lang. Dazu kommt noch die katholische Kita an der Deisterstraße in Ronnenberg. Die vielen neu geschaffenen Betreuungsplätze sollten dabei helfen, den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz zu erfüllen. Jetzt scheint die Stadt dies endlich erreicht zu haben – und das, obwohl die kaum genutzte Kita Linderte aufgrund eines Rechtsstreites bis auf Weiteres geschlossen werden musste und die Kita Ententeich Ende 2024 wegen Baumängeln sogar ganz aufgegeben wurde.
Thomas Marhenke, im Rathaus Teamleiter für die Kinderbetreuung, hat mit einem Team jetzt den aktuellen Stand der Statistik für den Rat vorgelegt. Betrachtet wurde trotz Hauptanmeldefrist bis zum 31. Dezember 2025 der Stand der Anmeldungen bis zum 4. Februar 2026. Danach stehen im kommenden Kindergartenjahr für die Kinder bis zum dritten Lebensjahr insgesamt 266 Krippenplätze zur Verfügung. Anmeldungen erfolgten aber nur für 207 Plätze. Ähnlich sieht es bei den Kindergärten (drittes bis sechstes Lebensjahr) aus: Hier stehen den insgesamt 516 gemeldeten Kindern zwar nur 293 Kindergartenplätze gegenüber, angemeldet wurden bislang aber nur 234 Mädchen und Jungen.
Die vielen freien Plätze für die Vorschulkinder relativiert Marhenke allerdings. „Es sieht gut aus, wenn wir alle Gruppen betreiben können“, sagt der Teamleiter. Dabei bezieht er sich vor allem auf die neue Krippengruppe der Kita In der Beschen in Empelde und die neue Kita Ronnenberg V, für die noch das notwendige Personal gesucht wird.
Dazu kommt, dass die Verwaltung mit weiteren Anmeldungen rechnet. Etwa durch Zuzüge und Flexkinder, deren Eltern aufgrund ihres Geburtsdatums noch entscheiden können, ob sie im laufenden Jahr oder erst 2027 eingeschult werden sollen, könne sich die Zahl noch erhöhen. „Das Delta ist also gar nicht so groß.“ Mit einer Reduzierung bei der Anzahl der Gruppen aufgrund der Anmeldezahlen sei deshalb nicht zu rechnen.
Marhenke findet diese Idee ohnehin nicht sinnvoll. Letztlich müsse die Stadt ausreichend Plätze vorhalten, um eine 100-prozentige Nachfrage erfüllen zu können. Derzeit gebe es Eltern, die ihre Kinder in Betriebskitas oder anderen Einrichtungen – möglicherweise noch am alten Wohnort – betreuen ließen, sagt er. Diese könnten aber jederzeit ihren Anspruch in Ronnenberg geltend machen. Aufgrund der Tatsache, dass Eltern bei der Anmeldung eine Wunsch-Kita angeben können, sei ohnehin nicht damit zu rechnen, dass Gruppen leer und damit „übrig“ blieben. „Ich glaube nicht, dass sich diese Effekte ergeben“, sagt Marhenke, zumal sich die freien Plätze über das gesamte Stadtgebiet verteilten.
Bleibt am Ende die gute Nachricht für die Familien, dass die Sorge um einen Betreuungsplatz deutlich geringer geworden ist. Eine Garantie für einen Platz in der Wunsch-Kita wird es aber auch in Zukunft nicht geben.