Wo will der Rat Wohnungsbau zulassen?
Seit 2016 besteht in Ronnenberg ein Stadtentwicklungskonzept. Es wird alle drei Jahre überarbeitet. Das steht in der neuesten Version.

Keine Autohauserweiterung: Die Fläche in einem Landschaftsschutzgebiet an der Ihmer Landstraße wird offenbar nicht mehr für eine Gewerbenutzung gebraucht und könnte aus dem ISEK gestrichen werden.foto: Ingo Rodriguez
Ronnenberg. Es ist eine sehr sperrige Bezeichnung: Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Ronnenberg 2030 hat der Rat der Stadt im Jahr 2016 den strategischen Rahmen für wichtige Entwicklungsprojekte wie Wohnungsbau oder Gewerbegebiete in den sieben Ortsteilen festgelegt. Das erste Maßnahmenprogramm wurde gleich mitbeschlossen. Ein weiteres folgte 2021. Nun soll das ISEK erneut fortgeschrieben werden. Die Liste der noch offenen Maßnahmen wird dabei immer kürzer, weil vieles bereits umgesetzt wurde. Andere Projekte fallen raus, da die Voraussetzungen für eine Umsetzung nicht mehr bestehen.

Wohl das prominenteste „Opfer“ in der neuen Fortschreibung des ISEk ist das Baugebiet an der Hiddestorfer Straße in Ihme-Roloven. Nachdem die Dorfgemeinschaft viel Energie in Diskussionen und Beteiligungsformate zu der Fläche in der Dorfmitte investiert hatte, sollte das Gebiet zunächst in mehreren Schritten erschlossen werden. Dann zog einer der beiden Eigentümer der Fläche seine Verkaufsabsicht zurück. Der Rest war für eine wirtschaftliche Umsetzung zu klein. Im neuen Maßnahmenprogramm für den Zeitraum von 2026 bis 2028 findet sich das Projekt deshalb nicht mehr wieder – möglich ist aber, dass es bei zukünftigen Fortschreibungen erneut diskutiert wird.

Anders sieht es bei dem großen Baugebiet in Weetzen aus, das unter der Bezeichnung Humboldtquartier über die Grenzen der Region hinaus bekannt geworden war. Der Investor hatte eine weitgehend autofreie Siedlung geplant, die er letztlich ebenfalls nicht wirtschaftlich umsetzen konnte. Laut Maßnahmenprogramm des ISEK hofft die Stadt Ronnenberg nun auf die Initiativen neuer Investoren, um das Baugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik dennoch zu realisieren.

Die politische Diskussion über die Fortschreibung des ISEK beginnt in dieser Woche in den Ortsräten, der Rat der Stadt entscheidet abschließend am 20. Mai darüber. Zuvor müssen die Fraktionen allerdings klären, wie sie zu zwei Flächen stehen, die für Gewerbeansiedlungen geeignet wären. Für die eine Fläche in einem Landschaftsschutzgebiet im Bereich B217/Ihmer Landstraße gibt es offenbar keine Initiative des möglichen Investors mehr. Dieses Areal könnte aus dem ISEK komplett gestrichen werden.

Fläche Nummer 2 liegt in Empelde zwischen Nenndorfer Straße und Hansastraße. Hier könnte ein reines Wohngebiet entstehen. Als sogenanntes Mischgebiet könnten dort aber auch Betriebe angesiedelt werden. „Dabei wird darauf hingewiesen, dass eine rein gewerbliche Nutzung aufgrund der direkten Nachbarschaft zu einer Wohnnutzung nicht zulässig wäre“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Wieder zurück im Maßnahmenprogramm ist eine Fläche in Empelde. Dort könnten auf den rückwärtigen Grundstücken der Rügener Straße bis zu fünf Wohnhäuser entstehen. Da dafür bislang die Einigkeit aller Eigentümer erforderlich war, ruhten die Planungen zuletzt mehrere Jahre. Mithilfe des sogenannten Bauturbos könnten die Häuser jetzt auch ohne Einigung gebaut werden.

Nicht mehr im ISEK enthalten sind Großprojekte wie der Wohnungsbau in Empelde-Mitte, der Empelder Hof oder das Quartier an der Memeler Straße, die planerisch vonseiten der Stadt abgeschlossen sind und auf ihre Umsetzung warten oder sich in der Umsetzung befinden. Gleiches gilt für Gewerbeprojekte wie Ronnenberg Nordost oder den Regiobus-Betriebshof. Weitgehend abgeschlossen ist auch der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen, die im ISEk genauso enthalten sind, wie der Neu- und Ausbau der städtischen Schulen für den Ganztagsbetrieb. Aus dem ISEK gehen eigene Programme zur Modernisierung von Spielplätzen, Kanälen sowie Straßen und Gehwegen hervor.

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