Zur Diskussion stehen deswegen nun nicht nur das Event der Ehrung selbst, das sonst immer weitaus größer mit mehr als 100 Leuten, Verköstigung und kulturellem Beiprogramm vonstatten ging. Vor allem möchte der Dachverband des organisierten Sports in Barsinghausen mit seinen angeschlossenen Vereinen die bisherigen Regeln für die Meldung von Kandidatinnen und Kandidaten für die Ehrung diskutieren. „Das Ziel ist, die 36 Vereine einzubinden“, sagte Sportring-Vorsitzender Berthold Kuban.
„Für so etwas, was ihr macht, muss man ein bisschen verrückt sein“, meinte Kuban in seiner Eröffnungsrede und erläuterte, dass die anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten sich im Sport engagierten, während andere in der Freizeit grillten oder wegen Regenwetters zuhause blieben. Er sagte deshalb: „Ihr seid Vorbilder für die ein oder andere Person in dieser Stadt.“ Denn die Sportlerinnen und Sportler hätten bewiesen, dass man im Team etwas erreichen kann.
Als „Team“ meinte Kuban dabei nicht unbedingt die Mannschaftskolleginnen und -kollegen, sondern vor allem die Menschen um die Sporttreibenden herum – die Eltern, die quasi als Taxi fungieren, die Trainerinnen und Trainer und Betreuungspersonen sowie die Partnerinnen und Partner, Familie und Freundeskreise, die das sportliche Engagement unterstützen. Und in der Tat nannten die geehrten Sportlerinnen und Sportler Trainingszeiten an minimal vier, oft aber auch an sieben Tagen pro Woche.
Philippa Mae Leute vom Schwimmclub Barsinghausen (SCB) wurde als einzige weibliche Jugendliche für ihre herausragenden Leistungen im vergangenen Jahr geehrt. Ihr Vereinskollege Tom Schade erreichte bei den männlichen Jugendlichen den dritten Platz. Dustin Wertezki vom TSV Kirchdorf konnte die Sportring-Jury durch seine Karate-Leistungen überzeugen, denn er wurde 2025 Deutscher Meister in der Altersklasse der 14- bis 15-Jährigen.
Barsinghausens Sportler des Jahres bei den männlichen Jugendlichen ist Paul Pfingsten vom TSV Egestorf. Der Ju-Jutsu-Kämpfer schaffte es im vergangenen Jahr bei drei Meisterschaften auf den ersten Platz, darunter auch bei der Deutschen Meisterschaft. Mangels Vorschlägen konnte keine Jugendmannschaft geehrt werden. Mannschaft des Jahres bei den Erwachsenen wurden die 1. Damen des Handballvereins Barsinghausen gefolgt von den 1. Damen des Tischtennisclubs Rot-Weiß und den 1. Herren des TSV Kirchdorf.
Bürgermeister Henning Schünhof (SPD) drückte in seinem Grußwort sein Bedauern aus, dass es diesmal auch für den „Sportpreis des Bürgermeisters“ keine Vorschläge gegeben hatte. Die Ratsvorsitzende Laura Schneider vergab den mit 500 Euro dotierten „Preis des Rates“ an Otto Wachter vom TSV Egestorf. Dieser engagiere sich als Beauftragter für das Sportabzeichen seit vielen Jahren und habe das Abzeichen in Gold dutzendfach auch selbst abgelegt. Wachter hob in seinen Dankesworten die Kooperation mit der Ernst-Reuter-Schule hervor. 400 Euro vom Preisgeld werde er seinem Verein zugutekommen lassen, 100 Euro der Grundschule.
Sportlerin des Jahres 2025 ist Dagmar Raddatz vom TSV Goltern. Die Linedancerin wurde unter anderem Weltmeisterin in der Einzelbewertung beim Gruppentanz. Auf den zweiten Platz schaffte es Gerda Joswig vom SCB, die im vergangenen Jahr Deutsche Meisterin im 200-Meter-Freistilschwimmen wurde. Sportring-Chef Kuban nannte die 70-Jährige eine „Schwimmlegende unserer Stadt“. Joswig kündigte an, dass sie dieses Jahr bei den Europameisterschaften in der Slowakei antreten wolle. „Ich trainiere fünfmal pro Woche.“ Hanna Volker vom Deister Reit- und Fahrverein St. Georg Barsinghausen kam bei der Sportlerehrung auf den dritten Platz.
Sportler des Jahres 2025 ist Joris Lemke vom Mountainbikesportverein Deisterfreunde. Bei den männlichen Erwachsenen wurde mangels weiterer Kandidaten nur der erste Platz vergeben. Eindrücklichstes Erlebnis von Lemke war seine Teilnahme bei der Mountainbike-Weltmeisterschaft in der Schweiz, wo er sich in der Kategorie U23 den ersten Platz sicherte.
Im Anschluss an die Ehrungen umriss Sportring-Vorsitzender Kuban kurz den aktuellen Stand der internen Diskussion um eine Veränderung der Kriterien für die jährlichen Sportlerehrungen des Barsinghäuser Sportrings. Demnach sei vonseiten des Sportrings ein Vorschlag erarbeitet worden. „Sport ist mehr als ein 1:0“, sagte Kuban. In Zukunft solle deswegen nicht nur die sportliche Leistung zählen, sondern auch das Engagement in den Vereinen.
Nach dem Ende des offiziellen Teils teilte er mit, dass man Ideen entwickelt habe und diese am 21. Mai bei einer vereinsinternen Veranstaltung den 36 Mitgliedsvereinen vorstellen und ergebnisoffen diskutieren wolle.