Für die Feuerwehr in dem kleinen Gehrdener Dorf beginnt damit eine neue Zeitrechnung: Korsmeyer wird Nachfolger seines langjährigen Weggefährten Jürgen Weiberg, der das Amt des Ortsbrandmeisters nach 36 Jahren auch aus Altersgründen abgegeben hatte. Mit seinem Vorgänger bildete der neue Chef mehr als zwei Jahrzehnte ein eingespieltes Führungsduo. „Wir haben fast alles in enger Abstimmung gemacht“, sagt Korsmeyer. Auch ihm bleibt bis zum Erreichen der Altersgrenze von 67 Jahren nicht viel Zeit. „Es ist eine Amtsperiode von sechs Jahren, um einen jungen Nachfolger aufzubauen“, nennt er eine Aufgabe.
Für Korsmeyer ist es eine Herzensangelegenheit, für die Feuerwehr des Ortes die Weichen in die Zukunft zu stellen. Er wohnt seit seinem vierten Lebensjahr in Redderse, inzwischen mit seiner Frau Michaela, Sohn Marvin (19) und Tochter Emma (16) im früheren Haus seiner Großeltern. Im ehemaligen Haus der Eltern – direkt daneben – lebt seine Schwester mit ihrer Familie. „Ich bin in Redderse aufgewachsen, habe bei Wind und Wetter mit Freunden in der Feldmark gespielt und auf dem Bolzplatz gekickt“, beschreibt er seine große Verbundenheit zum Dorf.
Korsmeyers Feuerwehrlaufbahn begann allerdings verhältnismäßig spät: „Eine Jugendfeuerwehr gab es früher noch nicht“, erzählt er. Stattdessen habe er Fußball gespielt – beim SV Gehrden und TV Jahn Leveste. Nach seiner Schulzeit in Gehrden absolvierte Korsmeyer eine Ausbildung zur Dienstleistungsfachkraft im Postbetrieb. Auch heute ist er noch für die Deutsche Post tätig – inzwischen als Logistik-Disponent.
Zur Feuerwehr sei er von Freunden erst im Alter von etwa 25 Jahren mitgenommen worden. „Als ich mit dem Fußball aufgehört habe, bin ich probehalber zu einem Übungsdienst gegangen“, erzählt Korsmeyer. Es war der Beginn einer großen Freundschaft: Es war kein Geringerer als die junge Einsatzkraft Weiberg, die ihm den längeren Verbleib bei der Feuerwehr schmackhaft machte. Damals sei der Ortsbrandmeister noch Heinz Dubenkropp gewesen.
„Jürgen hat mich davon überzeugt, dass man sich für sein Dorf engagieren muss“, sagt Korsmeyer. Er sei es auch gewesen, der ihn seitdem immer wieder motiviert und gefördert habe.
Nach Korsmeyers Eintritt in die Feuerwehr im Jahr 1986 und seiner Grundausbildung zwei Jahre später übernahm dieser schon 1990 ein Amt seines Förderers Weiberg. „Ab 1990 war ich Kassenwart“, erzählt er. Der Posten sei frei geworden, und als Postbeamter habe er sich für tauglich gehalten, ihn zu übernehmen, sagt Korsmeyer schmunzelnd. Mit seiner Einschätzung lag er offenbar richtig: Den Job des Kassenwarts habe er insgesamt 34 Jahre lang ausgeübt – bis 2024.
Gleichzeitig ging es auch mit seiner Feuerwehrkarriere steil bergauf: Nach zahlreichen Führungslehrgängen wurde Korsmeyer im Jahr 2000 bereits zum Hauptlöschmeister befördert. Vor zwei Jahren wurde ihm das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze verliehen – für langjährige ehrenamtliche Verdienste als Kassenwart, Vize-Chef und Einsatzkraft. An seinen ersten Einsatz erinnert er sich noch gut: „Es war ein Verkehrsunfall, aber als junger Neuling wurde man geschont und konnte etwas hinter der Einsatzstelle bleiben“, so Korsmeyer.
Auch als Ortsbrandmeister will er am Einsatzgeschehen weiterhin teilnehmen. „Ich werde mich aber nicht nach vorne drängeln, weil wir gute Gruppenführer haben, auf die ich mich verlassen kann“, sagt der neue Kommandochef. Koordinieren und Zusammenführen: Das sind für ihn auch grundsätzlich die wichtigsten Aufgaben als Ortsbrandmeister.
„Wir müssen die gute Nachwuchsarbeit fortsetzen“, nennt er ein Beispiel. Als Stellvertreter habe er mit Weiberg ab dem Jahr 1995 die gemeinsame Nachwuchsgruppe mit der Feuerwehr Leveste mit aufgebaut. Inzwischen engagiere sich auch sein Sohn Marvin – ebenfalls aktive Kraft der aktuell 41‑köpfigen Einsatzabteilung – als Betreuer bei der Jugendfeuerwehr.
Korsmeyer hat sich auch vorgenommen, die Motivation und den Ausbildungsstandard der Feuerwehrleute auf einem hohen Niveau zu halten. Er will außerdem das Zusammengehörigkeitsgefühl weiter fördern. „Meine Frau sagt, ich hätte ein Talent dafür“, sagt der 60-Jährige augenzwinkernd. „Alt und Jung, Männer und Frauen - es geht nur gemeinsam“, so Korsmeyer.
Zu Korsmeyers Sechsjahresplan zählt aber vor allem der Aufbau eines langfristigen Nachfolgers. In Redderse gibt es offenbar einen aussichtsreichen Kandidaten: Zum neuen stellvertretenden Ortsbrandmeister werde in Kürze der 37-jährige Hendrik Wieter ernannt, berichtet Korsmeyer vielsagend. Dessen ebenfalls sechsjährige Amtsperiode passt offenbar perfekt in den Sechsjahresplan.