Im Januar dieses Jahres wurde der Kreißsaal in Gehrden offiziell als Hebammenkreißsaal zertifiziert – und ist damit neben Osnabrück erst der zweite in Niedersachsen. Die Auszeichnung des Deutschen Hebammenverbands, erstmals 2024 vergeben, bestätigt, dass definierte Qualitätsstandards erfüllt werden. Die Kosten für die Gutachten in Höhe von rund 10.000 Euro konnten durch eine Förderung des Landes Niedersachsen gedeckt werden. Das Zertifikat gilt für drei Jahre.
Für Sabrina Schmengler ist die Arbeit nach der Geburt noch nicht getan. Während die Eltern ihre Tochter zum ersten Mal im Arm halten, beginnt sie mit der Dokumentation. Jede ihrer Maßnahmen, der gesamte Ablauf der Geburt, muss nachgezeichnet werden. Auf die Frage, wie viel Zeit ihres Tages sie mit der Dokumentation verbringt, lacht sie zunächst nur. „Eine ganze Menge“, sagt sie schließlich. Eigentlich hätte sie vor zehn Minuten Feierabend gehabt. Noch etwa eine Stunde wird sie für die Arbeit brauchen, hinzu kommt das Ausfüllen des Mutterpasses und der Übergabeunterlagen.
Im Hintergrund kämpft bereits die nächste Frau mit ihren Wehen. Und sie weiß: Auch wenn es bei ihr so weit ist, wird eine Hebamme ihr zur Seite stehen.