Bevor Thielemann ins Detail geht, fasst er zunächst die Gesamtsituation der Radwege im Stadtgebiet von Gehrden zusammen. Sein Urteil: „Der Zustand ist nicht zufriedenstellend.“ Der ADFC-Gruppensprecher gibt jedoch auch Entwarnung: „Es gibt keine besonders gravierenden Mängel.”
Für die Einschätzung der Strecken hat Thielemann auch weitere ADFC-Mitglieder befragt. Der Ortsgruppe gehören zurzeit rund 80 Radlerinnen und Radler an. „Viele von ihnen sind regelmäßig bei unseren Ausfahrten durch das Calenberger Land dabei“, sagt der Sprecher. Vor dem Saisonauftakt seien gemeinsam einige „Problemstrecken“ zusammengetragen worden. Zwar gibt es auf der Schulstraße in Gehrden einen rot eingefärbten Schutzstreifen, um die Fahrradstrecke entlang der Straße hervorzuheben. „Im Abschnitt zwischen dem Delfi-Bad und der katholischen Kirche gibt es aber etliche Risse, Löcher und Furchen im Asphalt“, berichtet Thielemann.
Dieser Streckenbereich der Schulstraße – zwischen der Lange Feldstraße und der Ronnenberger Straße – ist aus Sicht des ADFC-Sprechers stark von den Folgen des Schwerlast- und Busverkehrs betroffen. Thielemanns Einschätzung: „Ein Schutzstreifen bringt nicht viel, wenn man um die Risse und Huckel herumfahren muss.“
Als „Dauerthema“ bezeichnet der ADFC-Sprecher die Fahrradroute von Northen über Lenthe nach Hannover. Schon seit Jahren seien die Löcher und Huckel dieser Streckenverbindung ein großes Ärgernis für Fahrradfahrende.
„In Richtung Badenstedt ist der Zustand bis zum Jägerhaus auch sehr schlecht, weil Baumwurzeln von unten den Weg hochdrücken“, berichtet Thielemann. Seinen Informationen zufolge ist zwar laut Region Hannover eine Sanierung geplant. „Aber erst für das Jahr 2027.
Für eine gefährliche Route hält der ADFC die Ortsdurchfahrt von Everloh. „Das ist problematisch”, sagt Thielemann. Der Hintergrund: Fahrradfahrer, die auf der Kreisstraße 230 durch Everloh in Richtung Norden fahren wollen, sollen zunächst an einer Querung die Straßenseite wechseln. Dann geht es auf der viel befahrenen Kreisstraße steil bergauf über die Bundesstraße 65 und anschließend weiter auf der engen Ortsdurchfahrt – dicht neben Autos, Lastwagen und Bussen.
„Für Familien mit Kindern ist diese Wegführung viel zu gefährlich”, sagt Thielemann. Es sei aber möglich, die gefährliche Verkehrsführung zu meiden. Die „stressfreiere“ Ausweichroute führt demnach im Süden von Everloh auf der linken Straßenseite der K230 über einen kombinierten Fuß- und Radweg am Friedhof entlang.
An der Kreuzung der B65 geht es anschließend nach links und dann über die Straße Hinter dem Hagen am westlichen Ortsrand wieder zurück auf den Radweg in Richtung Northen. Das Problem: „Es fehlt für diese Ausweichstrecke ein Hinweisschild“, bemängelt Thielemann. Ein weiterer Kritikpunkt des ADFC: die schlechte Anbindung der Ortschaft Redderse an Gehrden. Ein seit Jahren geforderter Radweg sei zwar in Planung, so Thielemann. Zurzeit sei es aber immer noch sehr gefährlich, auf der Straße zu fahren. „Und die Feldwege sind in einem schlechten Zustand“, sagt der ADFC-Sprecher.