Spatenstich für neue Grundschule
Mit drei Jahren Verspätung startet der Bau am Castrum. Im Sommer 2028 soll hier erstmals unterrichtet werden.

Gehrden. Vor mehr als vier Jahren ist der Entwurf für die neue Grundschule am Castrum vorgelegt worden. Nun soll es endlich mit dem Bau losgehen: Bürgermeister Malte Losert, Architekt Klaus Legner und Schulleiterin Nina von Zimmermann starten die für zwei Jahre geplante Bauphase für die neue Grundschule am Castrum mit dem symbolischen Spatenstich. Mitte 2028 sollen die ersten Schülerinnen und Schüler in die vier neuen, rund 42 Millionen Euro teuren Gebäude einziehen.

„Wir hoffen, dass wir den Bauplan halten können“, sagte Bürgermeister Losert vor wenigen Tagen auf der Baustelle. Noch sieht es hier nicht wirklich nach Schule aus: Die Reste der alten Grundschule, deren Abriss erst wenige Wochen zurückliegt, sind noch deutlich sichtbar. Meterhohe Schuttberge sind über das Gelände verteilt aufgetürmt, auch die Reste des alten Kellers sind noch zu erkennen. Noch im April soll hier die erste Bauphase starten, bei der zunächst Leitungsverlegungen und Bodenarbeiten anstehen.

Nach den ursprünglichen Planungen sollte am Castrum bereits in diesem Jahr wieder mit dem Unterricht begonnen werden. Denn noch 2021 hieß es, der Bau solle 2023 starten. Die Verzögerung hatte mehrere Gründe: Die Kosten von mehr als 40 Millionen Euro für Abriss und Neubau erforderten eine EU-weite Ausschreibung. Dazu kamen Asbest im alten Gebäude und Probleme mit den Brandschutzauflagen. Bis zur Fertigstellung der neuen Schulgebäude werden die Schülerinnen und Schüler in den neuen Räumlichkeiten der Grundschule am Langen Feld unterrichtet, ehe sie im Sommer 2028 an ihren alten Standort zurückkommen sollen.

Architekt Legner bezeichnet das Bauprojekt als „konventionellen Rohbau mit innovativem Innenausbau“. Geplant ist eine Schule im Cluster-Stil. Sie soll aus vier aufgereihten, zweigeschossigen Neubauten bestehen, die als Lernhäuser genutzt werden sollen. Die Gebäude bekommen jeweils ein Gründach mit Fotovoltaikanlage. Daran angrenzend wird die neue 350 Quadratmeter große Festhalle gebaut, die als Schulaula und für Veranstaltungen genutzt werden kann. Legner hofft, dass sich die Festhalle wegen der vielen Nutzungsmöglichkeiten als zweites Stadtzentrum von Gehrden etabliert.

Der Schulhof soll sich auf den Flächen zwischen den Gebäudeteilen erstrecken. Unter dem bisherigen Parkplatz wird zudem der für die Wärmepumpe benötigte Eisspeicher verbaut. Das moderne Baukonzept der Clusterschule soll sich auch im Inneren fortsetzen. Hier sollen die Klassenzimmer rings um eine Art Marktplatz angelegt sein, den die Schülerinnen und Schüler frei zum Lernen nutzen können. Einzig die angrenzende Sporthalle bleibt als Relikt der alten Grundschule erhalten. Schulleiterin von Zimmermann begrüßt den Entwurf für ihre neue Grundschule. „Ich freue mich für die Kinder von Gehrden“, sagt sie.

Die Bauleitung übernimmt ab jetzt das Architekturbüro Ernst² aus Stuttgart. Bis Ende des Jahres soll der Rohbau fertiggestellt werden, um dann im nächsten Jahr mit dem Innenausbau weitermachen zu können. Die Schule plant, im August eine neue Zeitkapsel auf der Baustelle zu vergraben, nachdem die alte Zeitkapsel aus den Sechzigerjahren bei den Abrissarbeiten der alten Gebäude gefunden worden war.

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