60 Mitglieder, ein Ziel
Die Initiative für Demokratie Gehrden setzt sich mit vielen Projekten für ihre Stadt ein. Auch 2026 steht einiges auf dem Programm.

Die Initiative für Demokratie Gehrden blickt auf erfolgreiche Projekte im vergangenen Jahr zurück. Auch 2026 stehen verschiedene Projekte an.Celine Meinel
Gehrden. Vor gut zwei Jahren gegründet – und mittlerweile rund 60 Mitglieder stark: Die Initiative für Demokratie Gehrden beschäftigt sich mit unterschiedlichen demokratiefördernden Projekten für Jung und Alt. Das Ziel der Gruppe ist es, Bürgerinnen und Bürger dazu aufzurufen, sich für demokratischen Werte zu engagieren und gemeinsam ein Zeichen gegen extremistische Tendenzen zu setzen.

Einmal im Monat kommen die Mitglieder für rund zwei Stunden im Mehrgenerationen-Treff in Gehrden zusammen. Dort werden vergangene Veranstaltungen besprochen und Pläne für neue Vorhaben geschmiedet.

Im vergangenen Jahr konnten einige demokratiefördernde Projekte für Gehrden auf die Beine gestellt werden. Darunter war im Oktober ein Vortrag von Wilfried Gaum, Lehrbeauftragter für Staatsrecht, zum Thema Parteiverbote in Deutschland. Im Kontext der Diskussionen über die AfD erklärte er unter anderem, welche Anforderungen das Bundesverfassungsgericht für ein Parteiverbot stellt.

Auch ein musikalisch-literarisches Programm im Mai zur Erinnerung an die Bücherverbrennung von 1933 wurde von der Initiative organisiert. Dabei erinnerte das Trio Sonant mit Cello und Trompete an die Verbrennungen und Verbote der Bücher von Autoren wie Erich Kästner und Heinrich Mann. Nach einer Aktionspause stand dann im März dieses Jahres das nächste große Projekt an.

Bei „Pimp your Town“ hatten Schülerinnen und Schüler zweier achter Klassen des Matthias-Claudius-Gymnasiums und der Oberschule Gehrden in einer nachgestellten Ratssitzung die Möglichkeit, eigens erarbeitete Anträge zu diskutieren und darüber abzustimmen. Ziel des Planspiels war es, den jungen Menschen zu zeigen, wie Demokratie funktioniert und wie sie in der Stadt Gehrden praktiziert wird. Bürgermeister Malte Losert (parteilos) lobte das Projekt und kann sich vorstellen, die Aktion im nächsten Jahr zu wiederholen.

„Mich hat vor allem begeistert, wie sich die Jugendlichen aus den verschiedenen Schulen gegenseitig unterstützt haben“, sagt Hella Diekmann von der Gehrdener Demokratie-Initiative. Auch bei den Schülerinnen und Schülern kam das Projekt gut an, wie eine Abfrage der Initiative im Anschluss an die Veranstaltung ergeben hat. Demnach hatten die meisten Schülerinnen und Schüler nach dem Planspiel das Gefühl, nun mehr darüber zu wissen, wie Kommunalpolitik funktioniert. 18 der jungen Teilnehmenden hat der dreitägige Workshop laut der vereinsinternen Abfrage sogar dazu motiviert, sich später vielleicht selbst in einer Partei oder im Jugendparlament zu engagieren.

Bereits jetzt plant die Initiative eifrig weitere Projekte für das laufende Jahr. So kann sich die Gruppe gut vorstellen, wieder eine Aktion für den Tag des Grundgesetzes am 23. Mai vorzubereiten. So wäre ein Stand im Rahmen der Roadshow zum 25. Jubiläum der Region Hannover denkbar, deren Termin in Gehrden mit dem Tag zusammenfällt. Auch für ein eigens initiiertes Demokratiefest Ende August auf dem Marktplatz beginnen jetzt die Planungen.

Die Initiative hat sich für dieses Jahr vorgenommen, einen noch größeren Fokus auf junge Menschen zu legen. „Politik lernt sich am besten direkt vor der eigenen Haustür, in unserer Stadt. Deshalb wollen wir Jugendlichen zeigen, wie demokratisches Engagement aussehen kann und wie sie sich selbst einbringen können“, sagt Mitglied Barbara Mussack. Eine Überlegung hierzu ist es, Kontakt zum Jugendparlament der Stadt Gehrden aufzubauen, das in diesem Jahr neu gewählt wird. Hier möchte die Initiative ihre Unterstützung anbieten.

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