Was Niedersachsens beste Nachwuchsköchin im Gasthaus Müller anrichtet
Die Auszubildende Isabelle Hatesuer gewinnt die Landesmeisterschaften

Göxe. Es waren Tage voller Aufregung, doch es hat sich gelohnt: Isabelle Hatesuer kann sich nun beste Nachwuchsköchin Niedersachsens nennen. Die 21-Jährige, die eine Ausbildung im „Gasthaus Müller“ in Barsinghausen macht, errang den Landesmeistertitel. Sie überzeugte mit einem Menü, in dem unter anderem Wachteleier, Rote Bete, Hähnchenbrust und Bananenmousse wichtige Rollen spielen. Das Motto „Niedersachsen kulinarisch“ hat sie motiviert. „Damit kann man viel anfangen“, meint sie.

Bevor es ans Kochen ging, hatte die junge Frau die Zutaten aus einem vorgegebenen Warenkorb mit Unterstützung ihrer Chefs und der Berufsschule zusammengestellt. „Wir haben auch besprochen, wie alles abläuft, und dann habe ich das Menü mehrfach gekocht“, berichtet die Auszubildende im dritten Lehrjahr.

Der Sieg bei den Landesmeisterschaften ist nicht der erste kulinarische Titel für Isabelle Hatesuer: Sie ist bereits beste Nachwuchsköchin der Region Hannover und hatte sich damit für den landesweiten Wettbewerb qualifiziert.

Begleitet wurde die 21-Jährige zu der Meisterschaft von ihren Chefs, ihrem Vater und ihrem Bruder. Sie alle fieberten mit. Zu Beginn war die Anspannung groß. „Das legte sich dann, als es mit dem Kochen losging“, erzählt sie.

Dass sie am Ende den Sieg erkochen würde, hatte die junge Frau nicht erwartet. „Als der dritte und der zweite Platz vorgelesen wurden, habe ich überhaupt nicht an den ersten Platz gedacht.“ Ihre Chefs waren zuversichtlicher: „Die hatten wohl schon gesagt, dass das alles ganz gut aussieht.“ „Wir sind sehr stolz auf Isabelle“, betont Gasthaus-Inhaber Rolf Müller. „Sie hat hart und akribisch darauf hingearbeitet und viele Trainingsstunden neben der Arbeit geleistet“, lobt er. Natürlich immer mit Unterstützung des Gasthof-Teams: „Das zählen wir zu unserer Verpflichtung“, sagt Müller. Und der Papa? „Der ist natürlich sehr stolz auf mich“, sagt die beste Nachwuchsköchin Niedersachsens.

Die junge Frau wollte schon immer Köchin werden – auch ihr Vater ist Koch, die Mutter arbeitet als Hotelfachfrau. „Ich hab’ als Jugendliche schon gerne gekellnert und mag es einfach, so kreativ zu sein“, sagt die 21-Jährige. Auch die Arbeitszeiten am Abend und an Wochenenden haben sie nicht abgeschreckt. „Man arrangiert sich damit, für mich war das nie ein Problem.“

Nach dem Ende ihrer Ausbildung bleibt sie vorerst im Betrieb der Müllers. „Mir gefällt es dort sehr gut“, sagt sie. Einen festen Plan für die Zukunft hat sie bisher nicht. „Ich möchte aber schon gerne noch meinen Betriebswirt machen.“ Und auch eine spätere Selbstständigkeit oder Stationen in Österreich, der Schweiz oder Italien findet sie spannend. „Mal schauen, was sich da so ergibt“, sagt Isabelle Hatesuer. Müller unterstützt das: „Die ehemaligen Azubis müssen rausgehen und ihre Erfahrungen sammeln – auch wenn wir einige natürlich gerne behalten würden.“

Zweite wurde bei den Landesmeisterschaften in der Kategorie Köche Linnea Krämer aus Wolfsburg, dritter Liam Struthers aus Buchholz. In der Sparte Fachkraft für Restaurants siegte Chiara Kühle vom Kastens Hotel Luisenhof in Hannover, im Hotelfach lag Eileen Paschke vom Hotel Freigeist Nordstadt aus Göttingen vorn.

Als Nächstes fahren die Goldmedaillensieger aus den drei Bereichen im Oktober zur deutschen Meisterschaft nach Mainz. Jetzt aber genießt Isabelle Hatesuer erst mal ihren wohlverdienten Urlaub. „Da kann ich ganz gut den Kopf frei kriegen“, sagt sie – um danach wieder voller Energie durchzustarten und für den nächsten Wettkampf zu trainieren.

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