Im Bereich zwischen der Kreuzung Einsteinstraße/Max-Planck-Straße und der Schranke an der Straße erstreckt sich auf rund 1,5 Kilometern eine besonders stark frequentierte Wanderstrecke. Hier queren die Tiere auf dem Weg zu ihren Laichgewässern die Straße – ein gefährlicher Abschnitt, der ohne Unterstützung für viele Amphibien tödlich enden würde. Zäune entlang der Strecke sowie tägliche Kontrollen helfen, die Tiere in Eimern zu sammeln und sicher auf die andere Straßenseite zu bringen.
„Das ehrenamtliche Engagement in Barsinghausen ist beeindruckend und unverzichtbar für den Schutz unserer heimischen Arten. Mein großer Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, die bei Wind und Wetter unterwegs sind, um diese wichtige Arbeit zu leisten“, betont Bürgermeister Henning Schünhof.
Bis zu acht Ehrenamtliche sind jeden Abend im Einsatz, besonders an Tagen mit Temperaturen von mehr als zehn Grad Celsius und Regen – denn die feuchte Witterung ist entscheidend für die Wanderung der Tiere. Unterstützt werden die Kontrollen morgens unter der Woche auch von Schülerinnen und Schülern des Schulzentrums am Spalterhals, die sich aktiv beteiligen und so Umweltbildung direkt erlebbar machen.
Organisiert wird ein Großteil der Einsätze vom NABU, unterstützt von weiteren engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Insgesamt sind derzeit rund 18 Ehrenamtliche beteiligt, darunter viele, die sich seit Jahren einsetzen. So betreuen einige Engagierte den Bereich an den Schranken bereits seit über 20 Jahren.
Die Zahlen verdeutlichen den Erfolg des Engagements: Während im vergangenen Jahr 1024 Tiere gerettet wurden, konnten in dieser Saison bereits 2960 Amphibien gezählt werden. Allein an den Tagen vom 11. und 12. März wurden rund 1300 Tiere gesammelt, teilt die Verwaltung mit. An besonders intensiven Abenden sind bis zu 500 Tiere unterwegs – Einsätze, die mit acht Helfenden rund zweieinhalb Stunden dauern.
Das Gebiet gilt als Hotspot für Amphibien, nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Teiche. Die Tiere kehren dabei stets zu ihren Geburtsstätten zurück, um sich fortzupflanzen. Ein Grasfrosch-Weibchen kann pro Laichballen bis zu 4000 Eier ablegen – doch nur unter ein Prozent der Jungtiere erreichen später die Geschlechtsreife, der Rest dient als Nahrung für andere Tierarten. Umso wichtiger ist der Schutz jedes einzelnen Tieres.
Die Initiative zur verstärkten Sicherung der Wanderwege entstand vor drei bis vier Jahren, nachdem besonders viele tote Tiere auf den Straßen gefunden wurden. Ein Schulprojekt am Spalterhals gab damals den Anstoß für die heutigen Maßnahmen. Seither werden auch Tiere aus Gullys gerettet und in sichere Bereiche wie das Hochwasserbecken am Spalterhals gebracht.