Gemeinsam mit Ann-Christin Bremer leitete Schulz eine Fortbildung für die Lehrkräfte an der Theodor-Heuss-Grundschule (THS) in Empelde unter dem Motto „Bewegte Kinder – schlaue Köpfe“. Das Programm ist Teil einer landesweiten Initiative des Niedersächsischen Kultusministeriums, die Schulen dabei unterstützt, Bewegung stärker in Unterricht und Alltag zu verankern. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie sich mehr Bewegung in den Schulalltag integrieren lässt.
Gründe für eine solche Initiative gibt es genug: etwa eine stetig steigende Anzahl von übergewichtigen Kindern und Jugendlichen, bewegungsmangelbedingte Beschwerden wie Haltungsschwächen oder Rückenschmerzen sowie auch psychosomatische Beschwerden, die auf Bewegungsmangel zurückzuführen sein können.
Die Grundschule an der Barbarastraße trägt bereits das Zertifikat „Sportfreundliche Schule“. Für Schulleiterin Verena Kebsch-Jandel ist Bewegung seit ihrem Amtsantritt vor sechs Jahren aber bereits ein zentraler Bestandteil des Lernens: „Nur wer sich bewegt, kann auch gut lernen.“
Die Initiative setzt beim Thema Bewegung nicht erst im Sportunterricht an, sondern möchte Bewegung im gesamten Tagesablauf fördern – vom Schulweg über kurze Aktivpausen während des Unterrichts bis hin zu Bewegungsangeboten im Ganztagsbereich. Während der Fortbildung erhielten die Lehrerinnen und Lehrer deshalb sowohl theoretische Hintergründe als auch praktische Anregungen. Ziel ist es, kurze Bewegungsphasen in den Unterricht einzubauen, um Aufmerksamkeit und Konzentration der Kinder zu fördern.
Am Abend wurden die Inhalte der Fortbildung auch den Eltern vorgestellt. Rund 30 Mütter und Väter folgten der Einladung zum Elternabend, der ebenfalls mit kleinen Bewegungsübungen begann. Schnell zeigte sich, wie Bewegung auch in die Elternschaft kommen kann.
An einem anderen Beispiel machte Schulz deutlich, dass Bewegung für Kinder eine Art „Erstsprache“ ist. Er berichtete vom ersten Schultag eines ukrainischen Flüchtlingsmädchens, das kein Deutsch sprach und zunächst völlig regungslos im Klassenraum saß. „Als wir dann Bewegungsspiele angeboten haben, zeigte ihr Gesicht plötzlich Regungen“, erzählte Schulz. Das Mädchen habe sich nach den Übungen sichtbar aufgenommen und angekommen gefühlt. Bewegung könne deshalb als „Beziehungskleister“ bezeichnet werden.
„Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kinder“, appellierten Schulz und Bremer an die Eltern. Damit sich Veränderungen nachhaltig auswirken, müsse Bewegung auch im Familienalltag stärker gelebt werden. Gleichzeitig seien lokale Sportvereine wichtige Partner, wenn es um einen bewegten Ganztag gehe. Deshalb waren auch Vertreter örtlicher Sportangebote zu dem Informationsabend eingeladen.
Kebsch-Jandel zeigte sich nach dem Aktionstag zufrieden. „Verschiedene Module sind auch für unseren schulischen Alltag von Bedeutung“, sagte sie. Das Kollegium habe die Fortbildung als motivierend empfunden. „Alle waren begeistert von dem Tag.“
Auch für die Zukunft kann sich die Schule weitere Bausteine des Programms vorstellen. Besonders im Zuge des geplanten Umbaus der Schule könnten neue Ideen umgesetzt werden. Denkbar seien etwa Kletterwände im Gebäude und eine bewegungsfreundlicher gestaltete Schulhofanlage.