Weniger Straftaten – aber mehr Gewalt
Polizeistatistik des PK Ronnenberg zeigt für das Jahr 2025 gegenläufige Entwicklungen

Ronnenberg. Das Polizeikommissariat (PK) Ronnenberg hat für das Jahr 2025 einen leichten Rückgang der registrierten Straftaten verzeichnet. Insgesamt wurden 3074 Fälle erfasst – 104 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der tatsächlich bearbeiteten Fälle um 86. Die Aufklärungsquote blieb mit 58,9 Prozent weitgehend stabil.

Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich bei den Rohheitsdelikten. Nach einem Tiefpunkt im Jahr 2021 sind die Fallzahlen erneut gestiegen und liegen 2025 mit 669 Fällen über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Die Aufklärungsquote konnte hier auf 91,1 Prozent verbessert werden.

Im Bereich der Wohnungseinbrüche bleibt die Lage stabil. Die Polizei registrierte 74 Fälle und damit ein Niveau vergleichbar mit dem Vorjahr. Die niedrigeren Zahlen in den Jahren zuvor werden vor allem auf die Corona-Pandemie zurückgeführt.

Deutlich verändert hat sich die Situation bei Diebstählen an und aus Fahrzeugen. Die Fallzahlen stiegen spürbar an, gleichzeitig verbesserte sich die Aufklärungsquote deutlich von 7,6 auf 33,3 Prozent. Hintergrund sind unter anderem zwei aufgeklärte Serien eines Pkw-Aufbrechers.

Die Straßenkriminalität bewegt sich weiterhin auf einem stabilen Niveau. 2025 wurden 618 Fälle registriert, nach 654 im Vorjahr. Damit liegt der Wert im Bereich der vergangenen Jahre.

Auffällig ist die Entwicklung bei der Jugendkriminalität. Während die Gesamtzahl der Taten mit Tatverdächtigen zurückging, stieg die Zahl der Fälle mit jugendlichen Tatverdächtigen (14 bis 18 Jahre) deutlich von 121 auf 202 Fälle. Gleichzeitig gingen die Zahlen bei Kindern (0 bis 14) und Heranwachsenden (18 bis 21) zurück.

Auch bei Körperverletzungsdelikten mit jugendlicher Beteiligung zeigt sich ein klarer Anstieg: Die Zahl der Fälle verdoppelte sich nahezu von 28 auf 54 Taten. Als möglicher Grund wird eine inzwischen aufgelöste Jugendgruppe genannt.

Der Anstieg bei der Jugendkriminalität ist kein rein lokales Phänomen. Bundesweit zeigen aktuelle Polizeistatistiken seit mehreren Jahren wieder steigende Zahlen bei jungen Tatverdächtigen. Experten führen dies auf eine Mischung aus sozialen Belastungen, veränderten Gruppendynamiken und einer insgesamt gestiegenen Gewaltbereitschaft zurück.

Die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt ging schließlich um rund elf Prozent zurück. Von einer nachhaltigen Entspannung kann jedoch nicht gesprochen werden: Mit 230 Fällen liegt das Niveau weiterhin auf einem hohen Stand. Fachleute weisen zudem seit Jahren darauf hin, dass gerade in diesem Bereich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist.

Das Polizeikommissariat Ronnenberg ist auch für Wennigsen, Gehrden und Hemmingen zuständig.

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