Die Robotigers spielen oben mit
Eine Gruppe von naturwissenschaftlich begeisterten Jugendlichen aus der Marie-Curie-Schule kämpft mit ihren Robotern inzwischen in der First Lego League um internationale Erfolge

Emotionale Präsentationen: Bei den Wettbewerben der First Lego League müssen die Schüler ihre Konstruktionen vorstellen.foto: Viktoria Heupel
Empelde. Was könnte Schülerinnen und Schüler dazu bewegen, freiwillig während der Ferien in die Schule zu gehen und auch unterrichtsfreie Zeit am Nachmittag dort zu verbringen? An der Marie-Curie-Schule sind es die Robotigers – eine Gruppe von naturwissenschaftlich begeisterten Jugendlichen, die sich für das Konstruieren, Bauen und Programmieren von Lego-Robotern begeistern. In Braunschweig haben sich die Robotigers jüngst auch für sie selbst gänzlich überraschend für ihren ersten internationalen Vergleich in der First Lego League in Leipzig qualifiziert.

„Wir gehören jetzt zu den letzten 25 Mannschaften aus den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz. Um das einschätzen zu können: Das ist so, als wenn Hannover 96 plötzlich in der Fußball-Europa-League oder sogar der Champions League mitmacht“, sagt Achim Bohl begeistert. Der 66-jährige frühere Lehrer für Mathe, Physik und Informatik betreut die Robotigers auch im Ruhestand weiter, „weil sie mir am Herzen liegen“, wie er sagt. Gleichzeitig mit den Vorbereitungen auf Leipzig hat er bereits die Unterlagen für die Teilnahme an einem weiteren internationalen Wettbewerb eingereicht. Als Austragungsländer kommen die USA, Kanada, Griechenland, Südkorea und Australien infrage. Wenn es gut läuft, wird das Team aus Empelde dort Deutschland vertreten.

Bohl hat „den Laden in der KGS Ronnenberg seit fast 20 Jahren kontinuierlich aufgebaut“. Dabei habe er immer wieder pädagogische, logistische und bürokratische Hürden aushalten und überwinden müssen. „Hier sind ein paar Lego-Roboter, mach eine AG“, hatte es zunächst an einer Schule in Sehnde für ihn geheißen. „Ich hatte damals keine Ahnung davon“, erzählt er. Gemeinsam mit den Schülern habe er dann viel über die Technik gelernt. „Das hat unglaublich viel Spaß gemacht.“

Auch an der MCS erfolgt seit einigen Jahren der Einstieg für die Schülerinnen und Schüler in die Thematik über eine Roboter-AG. Die Jahrgänge 5 bis 7 müssen an der KGS verbindlich an einer solchen AG teilnehmen. Diejenigen, die sich in der AG „anständig benehmen und sich als teamfähig und stressresistent erweisen“, dürfen anschließend bei den Robotigers weitermachen.

Für den pensionierten Lehrer sind die Robotigers die optimale Vorbereitung auf das spätere Leben. Neben der Förderung ihrer technischen und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten müssen sie sich in den Wettbewerben durchsetzen und lernen, sich und ihre Projekte bei den geforderten Präsentationen ins richtige Licht zu stellen. Unterstützt wird die Gruppe bei ihrem Engagement von der Firma Viscom aus Hannover-Badenstedt. Der laut Bohl Weltmarktführer als Hersteller von optischen Prüfmaschinen belässt es aber nicht beim Sponsoring, sondern vermittelt den Robotigers bei Bedarf auch Praktika und bietet für die Zeit nach der Schule duale Studiengänge an.

Trotz Platz- und Finanzmangel stellt die MCS den Robotigers dauerhaft einen Raum zur Verfügung. Man habe festgestellt, „dass die AG etwas Wertvolles ist und der Roboterraum erhalten bleiben musste“, sagt Bohl erfreut. Die Schüler zahlen das jetzt mit ihrem Erfolg in Braunschweig zurück. „Viele junge Menschen sind von sich aus leistungsbereit. Man muss ihnen den Raum dafür schaffen“, stellt der pensionierte Lehrer fest.

Der Erfolg sei deshalb so unerwartet gewesen, weil sich unter den Konkurrenten teilweise private Vereine befinden, deren Talente aus großen Einzugsbereichen – etwa rund um Hamburg – „zusammengekarrt werden“, um sich auf Firmengeländen unter deutlich besseren Bedingungen vorzubereiten. „Die Kinder sind über sich hinausgewachsen“, stellt er anerkennend fest.

Das First Lego League Finale mit Ronnenberger Beiteiligung findet am 18. und 19. April in Leipzig statt.



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