Für die Analyse wurden drei Knotenpunkte untersucht: die Kreuzungen Kreisstraße/Ronnenberger Straße, die abknickende Vorfahrtsstraße Ronnenberger Straße/Robert-Bosch-Straße und die geplante Zufahrt des Gewerbegebiets Robert-Bosch-Straße/Heinz-Goebel-Straße.
Die Ergebnisse: Innerhalb von 24 Stunden fahren etwa 12.000 Autos östlich und 10.500 westlich über die K231. Davon biegen 5.500 Fahrzeuge in die Ronnenberger Straße ab. Etwa 2.600 fahren weiter über die Robert-Bosch-Straße. 800 Autos biegen dann in die Heinz-Goebel-Straße ab. „Das größte Verkehrsaufkommen entsteht durch die Tanzschule“, erklärt Mazur. Zudem fahren innerhalb eines Tages 750 Lastwagen über die Kreisstraße, 150 davon biegen in die Ronnenberger Straße ab. Etwa 100 fahren dann in die Robert-Bosch-Straße. Das entspricht nur knapp vier Prozent des Gesamtverkehrs.
„Insgesamt sind die Verkehrsmengen moderat. Außer bei der Einmündung an die Regionsstraße“, erklärt Mazur. Die Untersuchung der Verkehrsströme zeigt: Rund 3.000 Fahrten gehen täglich Richtung Osten, also in Richtung Weetzen. Nur etwa 1000 Autos fahren Richtung Westen. Bei der Verteilung über den Tag gesehen, entsteht dort ein „typisches Bild“, sagt Mazur. Mit einer Morgen- und einer Nachmittagsspitze. Außerdem fahren rund 80 Radfahrer täglich durch die Robert-Bosch-Straße. „Das ist also nicht das Thema“, so der PGT-Geschäftsführer.
Mazur rechnet mit etwa 50 Arbeitskräften pro geplantem Hektar Nettobauland. Bei kalkulierten 4,2 Hektar ergibt das etwa 210 Mitarbeiter, die täglich in das Gewerbegebiet fahren würden. Das sei jedoch auch abhängig von der Branche. Pro Mitarbeiter wurde mit 2,2 Fahrten täglich gerechnet. Also der Hin- und Rückweg plus Versorgungs- und Geschäftsfahrten.
„Wir haben bewusst mit einem hohen Autoverkehrsanteil von 90 Prozent gerechnet, obwohl die Nahverkehrsanbindungen über die Ronnenberger Straße gut sind“, erklärt Mazur. Das zusätzliche Gesamtaufkommen des Gebietes beträgt also etwa 520 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden – im Mittel weniger als eine Fahrt pro Minute und Richtung. Dazu kommen 14 Lastkraftwagen pro Hektar, bei derzeitigem Planungsstand also 71 weitere Lastwagen.
Die Verteilung weg vom Gewerbegebiet bleibt den Berechnungen zufolge gleich. 25 Prozent biegen auf die Ronnenberger Vorfahrtsstraße ab, der Rest fährt in Richtung K231. 50 Prozent davon fahren dann Richtung Bundesstraße, 25 Prozent in Richtung Westen. „Wir nehmen an, dass das so ähnlich bleibt“, sagt Mazur.
Wie lang nun die Wartezeiten, insbesondere zu Stoßzeiten, sind, ergibt sich aus einem genormten Berechnungsverfahren. Die Qualitätsstufen liegen zwischen A und F und unterscheiden sich in Berechnungen mit und ohne Ampel. „Alles im Bereich A–D ist vertretbar“, erklärt Mazur. Ohne Ampel beträgt die Wartezeit für Autos in diesem Bereich 10 (A) bis 45 (D) Sekunden. Mit Ampel verlängert sich die Wartezeit leicht und beträgt 20 Sekunden (A) bis 70 Sekunden (D). Gerechnet wurde in diesem Fall aber ohne Ampel.
Die einzig auffällige Kreuzung der Berechnung ist der Punkt Kreisstraße/Ronnenberger Straße. Diese landet aber noch im Qualitätsbereich D. „Mit den Prognoseströmen ist an der Kreisstraße Level D erreicht. Das heißt, es ist genehmigungsfähig und akzeptabel“, sagt Mazur. An den anderen Kreuzungen herrscht mit Werten im Bereich A und B eine normale Verkehrssituation.
„Für die gewerbliche Entwicklung gibt es keinen Hinderungsgrund. Die Straßen sind passend“, bilanziert Mazur abschließend. „Die zusätzlichen Verkehre erhöhen nicht die Situation für den Radverkehr oder Fußweg. Mit einer möglichen zusätzlichen Anbindung wäre die Situation nicht wesentlich entspannter.“
Das Ergebnis ist für Mazur aber auch Grund zur Warnung. Denn die Bewertung D betrifft die Linksabbieger aus der Ronnenberger Straße Richtung Kreisel. „Der Linksabbieger ist der, der am längsten warten muss und dann auch am ehesten einen Fehler macht.“
Eine zusätzliche Anbindung würde benötigt werden, wenn das Gewerbegebiet in Richtung Osten weiterentwickelt wird. „Dann ist die Situation an der Ronnenberger Straße unzumutbar“, sagt Mazur.