Gewalttat in Barsinghausen
49-jähriger Familienvater soll seine Frau getötet und seine Tochter lebensgfährlich verletzt haben

Der Tatort an der Rehrbrinkstraße: Menschen haben vor dem Tor Blumen und Kerzen abegelegt.FOTO: Christian Elsner
Barsinghausen. Nach einer tödlichen Gewalttat in Barsinghausen sitzt ein 49-jähriger Mann in Untersuchungshaft.*1 Ihm wird vorgeworfen, seine Ehefrau getötet und seine 13 Jahre alte Tochter lebensgefährlich verletzt zu haben. Nach Informationen dieser Redaktion handelt es sich bei dem Beschuldigten um Gholareza K., bei der Getöteten um Karimeh M. Das afghanische Paar war verheiratet, trug jedoch offenbar unterschiedliche Nachnamen. Laut Staatsanwaltschaft soll Gholareza K. bei der Tat einen Hammer verwendet haben.

Die Tat ereignete sich in der Nacht zu Montag, 23. März, in einem Einfamilienhaus an der Rehrbrinkstraße. Nach Angaben der Ermittler griff Gholareza K. seine 38-jährige Partnerin Karimeh M. an und fügte ihr tödliche Verletzungen zu. Die Obduktion ergab, dass Karimeh M. an einem Schädel-Hirn-Trauma starb. Auch die gemeinsame Tochter soll Gholareza K. mit dem Hammer attackiert und schwer am Kopf verletzt haben. Sie befindet sich weiterhin in einem lebensbedrohlichen Zustand in einem Krankenhaus.

Gholareza K. wurde einem Haftrichter am Amtsgericht Wennigsen vorgeführt, wo Untersuchungshaft angeordnet wurde. Dort soll er angegeben haben, sich nicht an die Tat erinnern zu können. Die Ermittlungen zum genauen Tathergang und Motiv dauern an.

Nach bisherigen Erkenntnissen war es der 15-jährige Sohn der Familie, der Gholareza K. dazu bewegen konnte, das Haus zu verlassen und sich zu stellen. Der Jugendliche setzte gegen 2.10 Uhr einen Notruf ab. Für Karimeh M., Mutter von fünf Kindern, kam jede Hilfe zu spät.

Die Familie lebt seit 2022 in Deutschland. Neben der 13-Jährigen und dem 15-Jährigen gehören drei weitere Kinder im Alter von 2, 6 und 10 Jahren zur Familie. Sie blieben körperlich unverletzt. Die Kinder werden derzeit vom Jugendamt der Region Hannover betreut.

Bereits im vergangenen November war die Polizei nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen Hinweisen auf häusliche Gewalt zu dem Haus gerufen worden. Gholareza K. erhielt damals eine Gefährderansprache, zudem suchten Einsatzkräfte die Familie in der Folge wiederholt auf. Karimeh M. soll sich zeitweise in einem Frauenhaus aufgehalten haben. Sie sei jedoch zurückgekehrt, nachdem sich die Situation in dem Haus an der Rehrbrinkstraße, so die Polizei, ihrer Einschätzung nach beruhigt hatte.

Weitere Ermittlungen sollen in den kommenden Tagen Klarheit bringen. Der Hammer wurde als mutmaßliche Tatwaffe gefunden und sichergestellt.

Vor dem Haus der Familie legten Menschen Blumen und Kerzen nieder. Für Sonntag, 29. März, 15 Uhr wurde zudem eine Gedenkkundgebung für Opfer von Femiziden auf dem Steintor-platz in Hannover angekündigt.

*1 Stand: Donnerstag, 26. März, 10 Uhr
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