Die Stadtspitze bedauere den Weggang von Fischer sehr, könne aber aufgrund der herausragenden Position des Kreisbaurats den Wechsel nachvollziehen, lässt Stadtsprecherin Lea Drewnitzky auf Nachfrage dieser Redaktion mitteilen. Fischers Arbeitsplatz wird dann künftig in Stadthagen sein. Als Chef des Dezernats III mit etwa 110 Beschäftigten hat er beim Landkreis Schaumburg die Leitstelle Klimaschutz, das Bauordnungsamt, Hochbauamt sowie das Amt für Kreisstraßen, Wasser- und Abfallwirtschaft unter sich.
Fischer wohnt in Bückeburg. Durch die Ausschreibung und das Angebot seines heimischen Landkreises sei er auf die Stelle in der Schaumburger Kreisverwaltung aufmerksam geworden, hatte er jüngst gegenüber dieser Redaktion erklärt und damit seinen Wechsel nach Schaumburg öffentlich bestätigt.
Das Baudezernat gehört zu den wichtigsten Ämtern in einem Rathaus. Es verantwortet die gesamte städtische Entwicklung, von der Bebauungsplanung bis zur Umsetzung von Straßen, Schulen und öffentlichen Gebäuden. Barsinghausen hat hier aktuell einiges vor der Brust. Gefragt nach den wichtigsten Projekten in diesem Jahr, nennt die Stadtverwaltung die Fertigstellung der Wilhelm-Stedler-Schule, den Neubau eines Feuerwehrhauses für Groß Munzel sowie die ganzen Maßnahmen im Straßenbaubereich.
Zu Letzteren gehören unter anderem die Arbeiten auf dem Innenstadtring – eine millionenschwere Sanierung der Straßen rund um die City, die alles in allem noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Aktuell ist hier die Rehrbrinkstraße zwischen Berico-Klinik und Bäckerei Hünerberg aufgerissen. Noch bis zum Sommer wird der erste Bauabschnitt dauern. Dann will sich die Stadt den nächsten Abschnitt von der Kaltenbornstraße bis zur Glockenstraße vornehmen.
„So bald wie möglich“, so die Sprecherin der Stadt Barsinghausen, solle die Stelle neu ausgeschrieben werden. Die Stadtverwaltung möchte eine möglichst nahtlose Wiederbesetzung dieses wichtigen Rathaus-Jobs hinbekommen – was in der Vergangenheit nicht immer gelang.
In der Führungsebene der Barsinghäuser Verwaltung und vor allem im Baudezernat gab es zuletzt mehrere personelle Wechsel. Im Baudezernat kamen und gingen in den vergangenen fünfeinhalb Jahren erst Alexander Wollny, dann Ingo Ellerkamp und nun Fischer. Fischer hatte bereits von Anfang 2013 bis August 2018 das Bauderzernat in Barsinghausen geleitet und war zeitweise auch allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Dann wurde er Abteilungsleiter beim Landesbetrieb für Straßenbau in Nordrhein-Westfalen. Nach sechs Jahren in Bielefeld kam er Anfang 2024 wieder zurück nach Barsinghausen. Jetzt ist hier erneut Schluss.
Zum Verwaltungsvorstand der Stadt Barsinghausen gehören außerdem Bürgermeister Henning Schünhof (SPD, 58), der Erste Stadtrat Stefan Zeidler (40) und Sozialdezernent Robert Engelmann (43). Zeidler hat sein Amt seit 2023 inne. Davor war die Stelle 15 Monate lang unbesetzt gewesen, nachdem Vorgänger Thomas Wolf die Verwaltung im November 2021 verlassen hatte und Samtgemeindebürgermeister in Rodenberg wurde.
Engelmann leitet das Dezernat für Bildung, Jugend und Soziales erst seit einem Dreivierteljahr. Amtsvorgänger Sven Heindorf hatte nach nur knapp zwei Jahren gekündigt. Vor ihm hatte die Barsinghäuser Stadtverwaltung nach einer internen Neuorganisation der vorher vier Dezernate fast eineinhalb Jahre nach einem Sozialdezernenten gesucht.