Als Stimme der „Nierenkinder“
Kaberettist Matthias Brodowy und Henrik Walde veranstalten im August eine große Gala zugunsten kranker Mädchen und Jungen. Viele prominente Künstler machen mit.

Vorverkauf gestartet: Pedro Prüser (von links), Matthias Brodowy, Henrik Walde, Susanne Nülle und Katharina Lücke freuen sich auf die Benefizgala.Foto: Heidi Rabenhorst
Ronnenberg/Empelde. Nichts geht über prominente Fürsprecher. Das weiß man auch bei der Selbsthilfe nierenkranker Kinder und Jugendlicher – und freut sich über engagierte Unterstützung aus der Kulturszene. Seit 13 Jahren steht der hannoversche Kabarettist Matthias Brodowy dem 1988 gegründeten Verein als Schirmherr zur Seite. Nun lädt ein weiterer Unterstützer zu einer großen Benefizgala ein: Henrik Walde, Wirt der Lütt Jever Scheune in Ronnenberg, organisiert am 19. August eine Veranstaltung in der Aula der Marie-Curie-Schule (MCS) in Empelde.

Durch den Abend führt Schirmherr Brodowy persönlich – wie gewohnt, mit viel Herz, Humor und klarer Botschaft. „Diese Kinder und Jugendlichen haben keine Lobby, deshalb möchte ich ihre Stimme in der Öffentlichkeit sein“, sagt der Kabarettist. Der Kontakt zum Verein sei über die Frau des ehemaligen Vereinsvorsitzenden Clemens Brauner zustande gekommen, die seine Lehrerin während der Orientierungsstufe gewesen sei.

Die Selbsthilfegruppe, die sich selbst „Nierenkinder“ nennt, zählt derzeit rund 230 Mitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet – von der Nordsee bis nach Bayern. Sie alle verbindet ein schwerer Alltag. Viele Kinder warten lange auf eine Spenderniere. „Das sind belastende Jahre“, sagt die jetzige Vorsitzende Katharina Lücke. „Die Kinder und Jugendlichen liegen wochen- und monatelang auf der Transplantationsstation der Medizinischen Hochschule Hannover. Das geht an die Substanz.“ Die medizinische Versorgung in Hannover sei hervorragend, betont Lücke. „Aber die psychosoziale Betreuung wird von den Krankenkassen nicht bezahlt.“ Deshalb finanziert der Verein unter anderem Musik- und Kunsttherapieangebote direkt auf der Station. Außerdem organisiert er Familienfreizeiten, Seminare für Eltern und Geschwister sowie zahlreiche weitere Projekte.

Um Familien in dieser Zeit zu entlasten, hat der Verein ein Apartment in Kliniknähe angemietet. „So können Eltern in der schwersten Phase ganz nah bei ihren Kindern sein“, erklärt Lücke. Wochenlange Klinikaufenthalte brächten das normale Familienleben oft zum Einsturz. Lücke weiß, wovon sie spricht – ihr eigener Sohn lebt mit einer Spenderniere.

Die Idee zur Benefizgala hatte Henrik Walde. „Ich hörte zum ersten Mal von dem Verein, als eine Frau bei uns ihren Geburtstag feierte und statt Geschenken um Spenden bat“, berichtet er. „Meine Frau und ich waren sehr berührt von dieser Geste. Wir haben zwei gesunde Kinder, da wollten wir etwas zurückgeben.“ Als er erfuhr, dass Matthias Brodowy seit Jahren Schirmherr ist, stand der Plan fest.

Für das Programm konnten zahlreiche Künstlerinnen und Künstler gewonnen werden, die ohne Gage auftreten. „Mich beeindruckt an dieser Veranstaltung vor allem, dass nicht nur die Kunstschaffenden, sondern auch das gesamte Team ehrenamtlich arbeitet“, betont Brodowy. Das sei gelebte Solidarität.

Unterstützt wird der Abend zudem von Sponsoren, die unter anderem Getränke bereitstellen. Der Erlös fließt zu 100 Prozent in die Arbeit des Vereins. „Wir finanzieren uns ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge“, sagt Lücke. Deshalb bedeute ihnen diese Unterstützung enorm viel.

Das Publikum kann sich auf den Ronnenberger Gospelchor ThoMoRo Voices, auf den frisch zum Clown des Jahres 2026 gekürten Timo Lesniewski als Monsieur Momo, Janssen und Grimm, Juan Schmid sowie Pedro Prüser als Butler Mortimer und Susanne Nülle als Zofe Rose freuen.

Karten für die Gala am 19. August ab 19 Uhr für 30 Euro in der Marie-Curie-Schule in Empelde gibt es ab sofort in der Buchhandlung Buchfink in Ronnenberg, bei Ammon in Gehrden, in der Lütt Jever Scheune sowie auf der Vereinsseite unter www.nierenkinder.de.

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