Poller wie Legosteine, neue Aufkleber und Gardespaß
Die Vorbereitungen für das Historische Freischießen in Wennigsen schreiten voran.Ab 20. Juni wird in dem Ort vier Tage lang groß gefeiert.

Die Vorbereitungen laufen: Der Festumzug hat bei den Beratungen zum Sicherheitskonzept des Historischen Freischießens im Fokus gestanden.foto: Ramin Faridi (Archiv)
Wennigsen. In knapp drei Monaten ist es soweit: Am 20. Juni startet in Wennigsen das Historische Freischießen, das die Gemeinde in einen viertägigen Ausnahmezustand versetzen wird. Die Vorbereitungen für die Traditionsveranstaltung laufen – und für die Sicherheit wird einiges getan.

Bei einer Besprechung zwischen Vertretern und Vertreterinnen der Gemeinde und der Region Hannover, Polizei und Mitgliedern der Wennigser Freischützen ist jetzt ein umfangreiches Sicherheitskonzept erstellt worden. Denn das Volksfest, das alle drei Jahre stattfindet, spielt sich nicht nur auf dem Festplatz an der Argestorfer Straße ab. Höhepunkt ist vielmehr der sonntägliche Festumzug, für dessen Dauer einige Straßen gesperrt werden. Auch am Montag und Dienstag darauf sind noch kurze, lokale Sperrungen vorgesehen.

„Wir haben sehr konstruktiv zusammengesessen“, berichtet Eckhard Rogge, der beim Freischießen als kommandierender General auftreten wird. Gemeinsam habe man auch darüber entschieden, welche Bereiche mit den sogenannten Legosteinen gesichert werden. Das sind mobile Straßenpoller aus Beton, deren Form an die Spielsteine erinnert. Der Festplatz selbst sei ohnehin durch kniehohe Poller geschützt. „Das Parkverbot während des Umzugs am Sonntag gilt auch für Anlieger“, kündigt Rogge zudem an. Die beiden Bushaltestellen am Rathaus und an der Hauptstaße würden für die Dauer des Umzugs verlegt. „Von Bredenbeck kommend wird die Straße über mehrere Stunden für den gesamten Verkehr gesperrt.“ Um die nötige Beschilderung kümmere sich der Bauhof.

Auch kurze Sperrungen, wenn etwa beim Gang von einer Schwenkstelle zur nächsten eine Straße überquert werde, müssten vorher beantragt werden. Auf der Straße zwischen Wennigsen und Argestorf werde für die gesamten vier Tage mit Geschwindigkeitstrichtern das Tempo auf 30 Stundenkilometer gedrosselt. Dabei habe man besonders an die Radfahrenden gedacht, die vom Festplatz kommend die Straße überqueren müssten, um zum Radweg zu gelangen. Sorgen bereiten Rogge die zahlreichen Baustellen. „Wir müssen um einige drumherum marschieren“, sagt er. Erfreut zeigt er sich über das Lob der Polizei. Beim vergangenen Freischießen vor drei Jahren habe es keinen einzigen Vorfall gegeben.

Für das traditionsreiche Volksfest sind bereits Fahnen und Aufkleber produziert worden, doch es gibt noch einiges zu tun. Und darum werden weiterhin Menschen gesucht, die Lust haben, mitzumachen. Rogge kümmert sich auch um die Fahnen, die entweder für Masten oder an einem Holzstab zum Schwenken erhältlich sind. Außerdem hat er wieder Papierfähnchen besorgt, die in den Kindergärten verteilt werden sollen. „Ich habe das bei der englischen Königin gesehen“, erzählt er.

Uwe Isl hat sich in seiner Rolle als „Platzmajor a. D. des Historischen Freischießens Wennigsen“ um die Gestaltung eines neuen Aufklebers in modifizierter Form gekümmert. Dieser ist nun für 2 Euro im Bahnhofskiosk Wennigsen und im Kaufhaus Heitmüller an der Hauptstraße 3 erhältlich. „Mit dem Kauf des Aufklebers werden die Kompanien unterstützt“, erläutert er.

Seine Tochter Kim wirbt derweil intensiv für „ihre“ Garde-Grenadiere oder die „Garde Gelb“, wie sich die Gruppe nennt. Diese sei nach wie vor die einzige Garde, die sowohl Frauen als auch Männer aufnimmt, betont sie. Neben Facebook und Instagram hat sie auch eine Tiktok-Seite erstellt. F. Wer Interesse hat, kann per E-Mail an garde.grenadiere@ gmail.com Kontakt aufnehmen.



Druckansicht