Die Gründe für die Verzögerung? Unklar. Die Stadt hat dazu auf eine kurzfristige Nachfrage keine Rückmeldung gegeben. Stattdessen ist in der Pressemitteilung seitens der Verwaltung davon die Rede, dass sich der Bau im Inneren „planmäßig noch in der Ausbauphase befindet“. Aktuell würden noch Trockenbauarbeiten stattfinden, anschließend folgt der weitere Innenausbau.
Für die Schule ist der Umzug in den Herbstferien ein Dämpfer. „Es ist ein Unterschied, ob wir sechs oder nur zwei Wochen Zeit haben“, sagt Schulleiterin Kathrin Flade auf Nachfrage. In den Sommerferien wären die Lehrkräfte deutlich flexibler gewesen, denn die Klassenräume werden von ihnen selbst gestaltet, die Fachräume von allen gemeinsam. „Das Herrichten der Räume ist vor allem in der Grundschule sehr wichtig“, macht Flade deutlich. Dabei gehe es um Gemütlichkeit sowie Zahlen und Buchstaben an den Wänden.
Zudem hätten die Lehrenden ein Anrecht auf Urlaub. „Jetzt haben wir nur die zweite Herbstferienwoche für die Gestaltung, da in der ersten Ferienwoche die Möbel kommen“, erklärt Flade. Sie gehe zwar davon aus, dass der Großteil des Kollegiums da sein werde, aber verpflichten könne sie niemanden.
Viel problematischer sieht Flade ohnehin den Rechtsanspruch im Bereich Ganztag ab Sommer 2026. „Wir können die Masse der Kinder im Ganztag so nicht abfangen“, sagt sie. Jetzt müsse die Schule an beiden derzeitigen Standorten den Ganztag einrichten. „Das bringt natürlich auch wieder einen deutlich höheren Personalaufwand mit sich“, sagt Flade.
Dennoch: Die Freude auf den Neubau ist groß. „Wir haben dann den Platz für die Kinder, den sie brauchen, um sie auch mal auseinanderzuziehen, wenn sie schneller fertig sind oder Ruhe brauchen“, sagt die Schulleitung. Sie und ihr Team hätten sich zwar den Umzug in den Sommerferien gewünscht, hoffen nun aber einfach, dass der Herbst gehalten werden kann. Lernen sollen künftig 400 Schülerinnen und Schüler in dem Neubau.
Das Raumkonzept ist in Form einer sogenannten Cluster-Schule gestaltet. „Drei farblich gestaltete Trakte schaffen überschaubare Einheiten mit jeweils eigenen Lern- und Aufenthaltsbereichen“, schreibt die Verwaltung. Im Erdgeschoss sollen neben der Stadtbücherei, dem Ratssaal und Verwaltungsräumen auch die Mensa und eine Lernküche untergebracht werden.