Verhältnisse wie bei Werder Bremen
Die Stadtverwaltung plant den Bau eines Kunstrasenplatzes
auf der Anlage der SG 05 Ronnenberg

Soll bald ganzjährig bespielbar sein: Der B-Platz der Sportanlage an der Ihmer Landstraße.Foto: Stadt Ronnenberg
Ronnenberg. Die Situation für die Ronnenberger Fußballvereine in der dunklen Jahreszeit ist schwieriger als bei den Klubs in den Nachbarkommunen. „Alle Nachbarn haben mindestens einen Kunstrasenplatz“, stellt der SPD-Vorsitzende Rüdiger Wilke fest. Bei schlechtem Wetter müssen sich deshalb die Kicker aus Ronnenberg nach Möglichkeit dort einmieten. Das soll sich nach Plänen der Verwaltung bald ändern: Auch der B-Platz der SG 05 Ronnenberg soll im Rahmen des städtischen Sanierungsprogramms zu einem Kunstrasenfeld umgebaut werden – falls das Projekt aus der sogenannten Sportmilliarde des Bundes gefördert wird. Mögliche kritische Punkte wie die Flächenversiegelung und das Mikroplastikproblem aufgrund von Füllmaterialien auf Kunstrasenflächen habe die Verwaltung vorab mitgedacht, berichtet Bauhofchef Martin Borchers während der Vorstellung der Planungen im Fachausschuss des Rates. So habe die Stadt einen neuartigen Belag ausgewählt, der zum einen das Versickern des Regenwassers ermöglicht und zum anderen ohne die sogenannten Infillmaterialien auskommt. Damit sei auch das Mikroplastikproblem vom Tisch.

Kleiner Haken an der neuen Technik: Es gibt noch sehr wenige Anwendungen, was die Begutachtung seitens der Politiker erschwert. So habe in Norddeutschland lediglich der SV Ahlerstedt bei Hamburg einen solchen Kunstrasen verbaut, berichtet Borchers – und der Bundesligist SV Werder Bremen.

Die geschätzte Nutzungsdauer betrage 15 bis 20 Jahre. In dieser Zeit sei der Wasserverbrauch deutlich geringer und es fielen kaum Pflegearbeiten an. Lediglich einmal im Monat müsse der Platz abgebürstet werden, um Moosbefall zu verhindern, erläutert der Bauhofleiter. Dünger wird nicht mehr benötigt und auch ein weiteres großes Problem der Ronnenberger Anlage würde sich erledigen: „Den Maulwurf haben wir an dieser Stelle dann nicht mehr“, sagt Borchers.

Dafür könnten alle anderen fußballspielenden Vereine der Stadt von der neuen Fläche profitieren. Innerhalb der Arbeitsgemeinschaft der Ronnenberger Vereine sei eine Nutzungsmöglichkeit fest verabredet worden, berichtet der Erste Stadtrat Torsten Kölle.

Im Konjunktiv bleibt die Planung deshalb aber noch, weil die Stadt die Kosten in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro nicht allein schultern kann. Voraussetzung ist eine Förderung aus der Sportmilliarde des Bundes. Sollte diese ausbleiben, will die Stadt aber für den Gegenwert des Eigenanteils in Höhe von rund 287.000 Euro einen kleineren Soccercourt auf der Anlage an der Ihmer Landstraße errichten.

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