„Pfützen sind ein komplettes No-Go auf dem Spielfeld“
Undichtes Dach: Mehr als 50 Liter Schmelzwasser tropfen in die Sporthalle der KGS,deren Boden erst kürzlich für 300.000 Euro erneuert worden ist

„Pfützen sind No-Go“: Der Leiter der HSG Wennigsen-Gehrden-Bredenbeck Henry Jacobs hatte im Februar mehrere Eimer mit rund 50 Liter Schmelzwasser geleert, das in die KGS-Halle getropft war.foto: Astrid Köhler
Wennigsen. „Pfützen sind ein komplettes No-Go auf dem Spielfeld“, sagt Henry Jacobs, wegen des Verletzungsrisikos für Hallensportler. Die wollen dort sprinten, springen und sicher landen, aber keinesfalls ausrutschen oder unkontrolliert stürzen, erklärt der Handballtrainer, Schiedsrichter sowie Leiter der HSG Wennigsen-Gehrden-Bredenbeck. Deswegen seien stets schon kleine Mengen Feuchtigkeit wegzuwischen. In der KGS-Halle sah sich Jacobs zuletzt aber mit größeren Stellen konfrontiert, denn durch das Hallendach tropfte Wasser. Den aktuellen Dachschaden hat die Gemeinde zwar zwischenzeitlich behoben, doch das Thema ist damit nicht vom Tisch.

Ein knappes halbes Dutzend gefüllte Eimer hätten auf Wischlappen auf dem Spielfeld gestanden, als er am Samstag, 14. Februar, in die Halle der Sophie-Scholl-Schule kam, berichtet Jacobs, der auch Spartenleiter beim TSV Wennigsen ist. „Ich habe etwa 50 Liter ausgekippt.“ Ein für den Tag geplantes Fußballturnier musste deshalb kurzfristig abgesagt werden.

Immerhin hörte das Tropfen auf. Offenbar, weil der Druck auf das Dach durch die allmählich abgetaute Schneedecke weniger wurde. Am Sonntag hätten sie Eimer und Wischtücher deshalb beiseite räumen und die Halle wieder für Punktspiele nutzen können, berichtet Jacobs. „In den vergangenen Jahren hatten wir immer wieder mal bei Starkregen einen leichten Wassereinbruch“, sagt er. So stark wie nach der Schneeschmelze im Februar sei es aber noch nicht gewesen. Der Schulsport war von dem kurzzeitigen Wasserproblem offenbar nicht betroffen.

Das Thema wurde Anfang März auch im Sozialausschuss angesprochen. Matthias Fetköther vom Arbeitskreis Sport hatte in der Einwohnerfragestunde auf das Durchregnen hingewiesen und sich nach dem Zustand erkundigt. Die Verwaltungsvertreterin erklärte zunächst allgemein, es werde mit Hochdruck daran gearbeitet.

Tatsächlich hat die Gemeinde sehr schnell gehandelt. Das Problem sei am 13. Februar gemeldet worden, teilte die Erste Gemeinderätin Jacqueline Gebauer am Mittwoch auf Nachfrage mit. Etwa fünf Liter Wasser seien an dem betreffenden Tag in die Halle getropft. „Der Boden hat keinen Schaden genommen.“ Kurzfristig sei zum Wochenende die Reparatur in die Wege geleitet worden und Montag bereits ein Dachdecker dort gewesen, um die erkennbaren Schäden zu beseitigen.

„Wir wissen, dass die Gemeinde sich kümmert“, räumt der HSG-Leiter ein. Klar sei auch, dass es in Wennigsen noch andere Bau- und Sanierungsprojekte gibt. Gleichwohl hält Jacobs eine Dachrenovierung für notwendig: „Es wäre schade, wenn der neue Boden Schaden nimmt.“ Der im Herbst neben weiteren Verschönerungsmaßnahmen für 300.000 Euro von Grund auf erneuerte Schwingboden wird überhaupt erst seit Januar genutzt. Die Verwaltung habe das KGS-Hallendach im Auge, versicherte die Erste Gemeinderätin Gebauer. Die Gemeinde weiß, dass nach 50 Jahren auch die Außenhülle dran ist, Stichwort energetische Sanierung, und bemüht sich darum, Fördermittel einzuwerben.

Weniger Hallenzeiten für den Verein?

Den TSV Wennigsen beschäftigt noch etwas anderes: die Zeiten in den Schulsporthallen, wenn nach den Sommerferien das Ganztagsangebot startet. Schon jetzt sei es eng, sagt der Vorsitzende Florian Hergert: „Wenn es so kommt, dass wir künftig erst anderthalb Stunden später in die Hallen kommen, wäre das an einzelnen Tagen dramatisch.“ Der Chef des knapp 1200 Mitglieder zählenden Vereins, der sein Sportangebot weiterentwickeln und im Frühjahr eine größere Neuigkeit bekannt geben will, bleibt aber optimistisch: „Wir haben mit Gemeinde und Schule einen guten Austausch“, sagt Hergert, und „wir überlegen, ob wir uns selbst im Ganztag engagieren können.“

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