„Wir möchten untersuchen, wie sich im Zuge des Klimawandels die geografische Verbreitung von Buntzecken und anderen Zeckenarten in Deutschland weiterentwickelt”, so Theresa Seidel, NABU-Expertin für Citizen Science. „Anders als früher sind Zecken heute aufgrund der höheren Temperaturen nicht saisonal, sondern ganzjährig unterwegs. Darum können Zeckenfunde auch jederzeit gemeldet werden.“
Aktuell sind rund 20 Zeckenarten in Deutschland bekannt. Einige von ihnen können Krankheitserreger übertragen, darunter Lyme-Borreliose oder die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). In den vergangenen Jahren tauchten laut NABU außerdem verstärkt Zeckenarten auf, die ursprünglich aus südlicheren Regionen Europas stammen. Mit ihnen gelangen auch neue Krankheitserreger nach Deutschland.
Insbesondere die zugewanderte Wiesenzecke habe es in sich. Seidel: „Sie kann vor allem für Hunde gefährlich sein. Denn die auch Auwaldzecke genannte Wiesenzecke überträgt die oft tödlich verlaufende Babesiose, die auch als Hundemalaria bekannt ist.“
Professorin Christina Strube von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die seit Jahren an Zecken forscht, sagt: „Um die Ausbreitung zu beobachten, brauchen wir möglichst viele Beobachtungsdaten und Fotos. Die Fotos sind wichtig, da es nicht leicht ist, die Arten zu unterscheiden. Am besten sollten die Zecken von der Ober- und Unterseite fotografiert werden, damit wir sie identifizieren können.“ Außerdem soll mit den Daten geklärt werden, welche Tierarten von welchen Zeckenarten besonders oft befallen werden und welche Körperstellen am häufigsten betroffen sind.
Nach jedem Aufenthalt in der Natur sollten der eigene Körper und das Haustier nach Zecken abgesucht werden. Vorhandene Zecken unbedingt zunächst entfernen und dann erst fotografieren. Das Melden von Zecken ist im Internet unter nabu-naturgucker-beobachtungen.de möglich.