Die „Bördedörfer“ hoffen auf Finanzspritzen
Nach Ratsbeschluss: Stadt stellt Antrag, damit Bantorf, Hohenbostel, Wichtringhausen und Winninghausen
ins Landesprogramm aufgenommen werden

Blick von der Bantorfer Höhe aufs Calenberger Land: Die „Bördedörfer“ bewerben sich für das Dorferneuerungsprogramm des Landes.Foto: Mirko Haendel
Barsinghausen. Die Stadt bewirbt sich um eine Aufnahme der Dorfregion „Bördedörfer“ (Bantorf, Hohenbostel, Wichtringhausen und Winninghausen) in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes Niedersachsen. Dass die Verwaltung einen entsprechenden Antrag stellen soll, hat der Rat jetzt einstimmig entschieden. Ziel ist es, gezielt Fördermittel für die Weiterentwicklung der Ortsteile einzuwerben.

Stichtag für das Einreichen des Aufnahmeantrags ist der 1. April. Das zuständige Amt für regionale Landesentwicklung prüft anschließend den Antrag. Anfang 2027, vielleicht auch schon Ende dieses Jahres, könnte dann feststehen, ob die Stadt Barsinghausen mit ihrer Dorfregion „Bördedörfer” in das Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen wird. Erst dann ginge es in die tatsächliche Konzeptionierung – und dann irgendwann auch an die Umsetzung und Förderung der Projekte, sagte Elena Rautland von der Sweco GmbH. Sie hatte das ganze Prozedere jüngst auch im städtischen Ausschuss für Planung, Umwelt und Klimaschutz vorgestellt. Bis zur tatsächlichen Umsetzung werde es aber sicher noch etwas dauern, kündigt Rautland an. Ihrer Einschätzung und Erfahrung nach werde dies nicht vor 2028 oder 2029 der Fall sein.

Das hannoversche Planungsbüro Sweco unterstützt die Stadt bei der Bewerbung für die Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm. In dem Antrag sollen Stärken und Schwächen, aber auch Chancen und Entwicklungspotenziale aufgezeigt werden – und das unter möglichst frühzeitiger Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. So haben bereits Workshops stattgefunden, in denen sich neben den Ortsbeauftragten auch Einwohnerinnen und Einwohner intensiv mit den Dorfstrukturen beschäftigten.

In der Regel würden Dorfregionen für sieben Jahre in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen, so Rautland. Was sind die Ziele? Die Projektleiterin zählt auf: unter anderem einen lebenswerten Raum in den Dörfern erhalten, attraktive Lebens‑, aber auch Arbeitsräume schaffen, Erholungs- und Naturräume, aber auch die Mobilität stärken. Auch Gemeinschaftsleben und Ehrenamt sollen unterstützt werden.

Erste Projektideen, die mithilfe der Dorfentwicklung umgesetzt werden könnten, hat die Bewerbungsphase bereits hervorgebracht. Dazu zählt eine Nachnutzung des leer stehenden Gebäudes des ehemaligen Juweliers Otte in Hohenbostel, der sein Geschäft Ende 2024 zugemacht hatte. In Winninghausen ist ein Dorfgemeinschaftshaus am Festplatz im Gespräch.

Auch Privatleute können eine Förderung bekommen – „und zwar immer dann, wenn es darum geht, vor allem ortsbildprägende Gebäude und Baukultur zu erhalten“, erklärt Rautland. Als Beispiel nennt sie ehemals landwirtschaftlich genutzte Betriebe oder Fachwerkhäuser. Da seien etliche Maßnahmen förderfähig, von der Dach- bis zur Fassadensanierung. Auch neue Türen oder auch Hofflächen könnten bezuschusst werden. Auch wenn alte Gebäude leer stünden und hier neuer Wohnraum entstehen soll, sei das mitunter förderfähig. Die Höchstförderung bei privaten Vorhaben liegt bei 150.000 Euro pro Projekt.

Gelungene Beispiele für eine erfolgreiche Dorferneuerung gibt es in Barsinghausen bereits in den Ortsteilen Barrigsen, Ostermunzel und Holtensen.

Dort wurden insgesamt 93 private Projekte für 4 Millionen Euro mit 1,3 Millionen Euro Förderung abgewickelt – darunter das Barrigser Backhaus. Zudem wurden zwölf öffentliche Projekte vonseiten der Stadt mit einem Umfang von etwa 3 Millionen Euro und 1,9 Millionen Euro Fördermitteln verwirklicht, wie der Spielplatz in Holtensen, der Gehweg an der Mittelstraße in Ostermunzel und der Dorfplatz in Barrigsen.

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