Sein Rückzug ist wegen der Altersgrenze von 67 Jahren und einer normalerweise sechsjährigen Amtsperiode nachvollziehbar: Es sei „Quatsch“, noch drei Jahre weiterzumachen, wenn ein geeigneter Nachfolger bereitstehe, sagt Weiberg nach Korsmeyers Wahl in der vergangenen Woche.
Fast 50 Jahre liegt es zurück, dass Weiberg im Jahr 1977 im Alter von 15 Jahren Mitglied der Feuerwehr wurde – eigentlich zu früh für den aktiven Dienst. „Ich habe damals auf den Ortsbrandmeister so lange eingeredet, bis er mich zum Übungsdienst eingeladen hat“, erinnert sich Weiberg. So habe er vor seinem 16. Lebensjahr den Grundlehrgang absolvieren können.
Es begann ereignisreich: „Es gab von 1978 bis 1980 eine Brandserie in Redderse“, berichtet er. Es seien mehrere Scheunen abgebrannt. Was sich schließlich herausstellte: Der Brandstifter sei ein Feuerwehrmann gewesen. Er habe sich vermutlich bei den Einsätzen profilieren wollen und sei aus der Ortsfeuerwehr geflogen.
Weibergs ehrenamtliche Laufbahn nahm dagegen richtig Fahrt auf. Zuvor war sein Eintritt schnell beschlossene Sache. Weiberg stammt aus Redderse, wuchs auf dem Hof des landwirtschaftlichen Betriebes seiner Eltern auf und ging in Gehrden zur Schule. „Sport war nie mein Ding“, erzählt er. „Ich hatte erst Ambitionen, in einem Feuerwehrmusikzug ein Instrument zu lernen, aber der frühere Ortsbrandmeister Heinz Dubenkropp hatte andere Verwendungen für mich“, so Weiberg.
Weiberg ist gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann und war bis zu seinem Ruhestand im Bereich Disposition tätig. Seine ehrenamtliche Funktionärslaufbahn bei der Feuerwehr habe „schleichend“ begonnen. „Erst habe ich von meinem Onkel Hinrich Schweren den Posten im Festausschuss übernommen“, berichtet Weiberg. Ab 1980 sei er zwei Jahre lang Zeugwart und dann im Ausschuss für Jubiläumsfeste gewesen. 1986 wurde Weiberg stellvertretender Ortsbrandmeister. Vier Jahre später übernahm er von Vorgänger Dubenkropp den Chefposten.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen arbeitsreichen Posten 36 Jahre lang ausüben werde“, sagt Weiberg. Die ersten Jahre seien anstrengend gewesen. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung habe damals noch nicht optimal funktioniert.
Das sei aber schnell besser geworden. „Wenn man als Ortsbrandmeister mit den Vorgängen vertraut ist – und auch wertschätzend behandelt wird –, läuft es deutlich angenehmer“, sagt Weiberg. Es sei normal, mit der Stadt „mal anzuecken“. Es sei wie in einer Beziehung: „Wenn es mal Konflikte gibt, trennt man sich nicht gleich“, berichtet der 64-Jährige.
Aus seiner Amtszeit hebt er einige Entwicklungsschritte hervor: Dazu zählt der Aufbau einer gemeinsamen Nachwuchsgruppe mit der Feuerwehr Leveste im Jahr 1995. Inzwischen seien 14 Nachwuchsmitglieder aus Redderse in der gemeinsamen Kinder- und Jugendfeuerwehr.Weitere wichtige Stationen aus Weibergs Sicht: der Bau der Fahrzeughalle und die Komplettrenovierung des Gerätehauses ab 2003, die Beschaffung des neuen Löschfahrzeuges im Jahr 2007 und später des Mannschaftstransportwagens (MTW). Vor zwei Jahren gab es einen Garagenanbau für den MTW. Dann sei es auch „gelungen“, dass die Stadt ein Nachbargrundstück des Gerätehauses als Erweiterungsfläche erworben habe, sagt der 64-Jährige.
Während Weibergs Amtszeit wurden auch die Gehrdener Löschbezirke eingerichtet. Und: Die Ortsfeuerwehr zähle heute zur Regionsbereitschaft. „Ich finde es wichtig, auch andere Szenarien und Arbeitsweisen kennenzulernen“, sagt Weiberg dazu. Er war auch 25 Jahre lang im Einsatzleitwagen II der Regionsbereitschaft im Dienst und bei Großschadenslagen wie dem Hochwasser der Elbe und dem Moorbrand in Meppen im Einsatz. Außerdem war er Truppmannausbilder der Stadtfeuerwehr und gehört noch dem Arbeitskreis Beschaffung an.
„Ich habe meine Freizeit der Feuerwehr gewidmet“, sagt Weiberg. Im Durchschnitt falle täglich mindestens eine Stunde Arbeit an. Pro Jahr verzeichnet die Ortsfeuerwehr fünf bis zehn Einsätze. „Als Ortsbrandmeister war ich nicht mehr an vorderster Front im Einsatz, sondern habe mehr koordiniert“, berichtet er. „Junge Kräfte müssen eigene Erfahrungen sammeln. Das kann man aus keinem Schulbuch lernen“, so Weiberg.
Er selbst sei als junger Mann beim Brand einer Etikettenfirma in Gehrden auf einem instabilen Dach im Einsatz gewesen. „Das war gefährlich. Heute würde man das von der Drehleiter aus machen“, sagt Weiberg. Im April soll er auch noch im Rahmen eines Empfangs offiziell verabschiedet werden. Aber schon jetzt habe ihn das Stadtkommando zum Ehrenmitglied ernannt.