„Die Prüfung hat nun ergeben, dass dem Teilbereich zwischen den beiden Waldgebieten als entwicklungsfähigem und regional bedeutsamem Korridor für den Biotopverbund eine höhere Bedeutung zuzumessen ist“, fasst Thomas Bensch, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt, den wichtigsten Teil der Ergebnisse aus der frühzeitigen öffentlichen Beteiligung zusammen. Daher empfiehlt die Verwaltung in einer Beschlussvorlage, über die der Rat im März entscheiden soll, die Reduzierung der Betrachtung auf den Teilbereich 53.
„Die SPD-Fraktion trägt die Entscheidung der Verwaltung mit“, sagt Bensch. Die ergebnisoffene Prüfung habe von Beginn an das Ziel verfolgt, im Rahmen der Abwägung belegbare Fakten für einen Entscheidungsprozess zu gewinnen. „Grundsätzlich befürworten wir den Ausbau von Technologien der erneuerbaren Energien“, stellt Bensch fest. Trotzdem werde seine Fraktion auch im weiteren Genehmigungsprozess die berechtigten Einwände der Betroffenen im besonderen Fokus haben.Gemeinsam mit der Fraktion der Grünen verfügt die SPD im Rat über die Mehrheit der Stimmen. „Das Abwägungsergebnis zum Teilbereich 53.1 zeigt, dass es nicht um Windkraft um jeden Preis geht, sondern um einen Ausgleich zwischen Klimaschutz, Naturerhalt und lokaler Akzeptanz“, erklärt Ratsmitglied Andreas Beichler auf Nachfrage. Dieser Teilbereich werde nun nach einem umfangreichen Abwägungs- und Beteiligungsverfahren gestrichen, legt er sich fest. „Die Behauptung, Windkraft werde einfach durchgedrückt, ist eine pauschale Verharmlosung der tatsächlichen Herausforderungen – und ignoriert, dass wir seit Jahren transparent und beteiligungsorientiert an diesen Verfahren arbeiten“, meint Beichler.
Nachdem die CDU-Fraktion zehn Windräder auf der Vorrangfläche des RROP „nicht mehr verhindern kann“, vertritt der Fraktionsvorsitzende Gerald Müller bei den Windrädern in Linderte das Motto „Je weniger, umso besser“. Er begrüßt deshalb aus Sicht der Fraktion das Ergebnis der Abwägung. Er habe zwar persönlich die Meinung vertreten, dass Ronnenberg in Solidarität mit anderen Kommunen, die keine Flächen bereitstellen könnten, selbst mehr Windräder aufstellen könne. Spätestens mit der ersten Visualisierung habe sich diese Meinung aber geändert. Man müsse auch immer ein Ohr dafür haben, was die Bevölkerung sagt, meint Müller.
Mit der Zustimmung der drei größten Fraktionen sollte kein Zweifel mehr daran bestehen, dass die vier geplanten Anlagen der Teilfläche 53.1 nicht realisiert werden. Auf Anfrage hat sich UKA Nord noch nicht zum aktuellen Stand der Pläne geäußert.