„Nicht jede Familie will gleich ein Haus kaufen“
Auf dem ehemaligen Vorwerk-Gelände entsteht ein neues Quartier mit unterschiedlichen Wohnformen

Fertiggestellt: Die ersten Reihenhäuser sind bezugsfertig.Foto: Sarah Istrefaj
Gehrden. Es ist eines der größten Baugebiete, die in Gehrden entwickelt worden sind: das Wohnquartier Vorwerk. 160 Reihenhäuser mit Wohnraum von 120 beziehungsweise 145 Quadratmetern werden auf der Fläche im Westen der Kernstadt errichtet. Rund 800 Menschen können dort wohnen. Entwickelt wird das Areal von der Deutschen Reihenhaus AG (DRH). Angeboten werden diverse Wohnformen, vom Eigentum bis zur Miete, in unterschiedlichen Haus- und Wohnungsgrößen. Ein Großteil der 160 Reihenhäuser ist bereits verkauft, 66 davon hat die Movida-Living-Gesellschaft übernommen, die die Häuser vermietet.

Ungewöhnlich sei das, sagt Darja Beinert, Geschäftsführerin der Steckenpferd-Immobilie, die für die Movida-Living-Gesellschaft tätig ist. Im Allgemeinen würden Investoren versuchen, die Häuser zu verkaufen. Der Ansatz von Movida Living sei ein anderer. „Wir wollen eine Alternative zum Hauskauf bieten“, sagt Beinert. Es gebe viele junge Familien oder Paare, die nicht zwingend bauen wollen, aber sich ein eigenes Haus wünschen. In diese „Marktlücke“ sei Movida, das sich auf die Vermietung von neuen Reihen- und Doppelhäusern in ganz Deutschland spezialisiert hat, gestoßen.

Offenbar mit Erfolg. Im ersten Abschnitt sind 16 Häuser seit dem 1. Januar bezugsfertig. Drei Viertel davon sind bereits vermietet. Demnächst werden 14 weitere übergeben. Alle Häuser haben eine Küche, und nach der Fertigstellung ist der Einzug sofort möglich. „Die Mieter des Hauses haben die Sicherheit, dass niemand Eigenbedarf anmeldet“, sagt Beinert. 13 Euro pro Quadratmeter beträgt die Kaltmiete. Laut Beinert sei das im Vergleich zu ähnlichen Projekten in Hannover günstig.

Anna Pinsenschaum, Ansprechpartnerin bei Movida, lobt das Wohnquartier Vorwerk mit seinem grün gestalteten Quartiersplatz. „Es ist toll, den Fortschritt zu sehen“, sagt sie. In vier Bauabschnitten werden die 66 Häuser gebaut, die schließlich vermietet werden. Die letzte Abnahme sei im ersten Quartal 2027 geplant, sagt Pinsenschaum.

Das Interesse ist groß – gerade bei Menschen aus der Landeshauptstadt. Laut Beinert teilen sich die Hauskäufer in Personen, die bereits in Gehrden leben, und Personen von außerhalb, etwa aus Hannover und Hildesheim, auf. „Gehrden ist ein attraktiver Wohnort mit einer funktionierenden Infrastruktur“, sagt sie.

Im Quartier wird unter anderem eine Kindertagesstätte mit 98 Betreuungsplätzen gebaut. Insgesamt sollen fünf Gruppenräume entstehen – zwei für die Krabbelgruppen, zwei für die Kindergartengruppen und einer für eine integrative Gruppe. Ende des Jahres soll die neue Kita fertig sein.

Das Quartier auf einer Gesamtfläche von 58.000 Quadratmetern entsteht auf Grundlage eines zu 100 Prozent regenerativen und förderfähigen Energiekonzeptes mit Photovoltaik und Wärmepumpen. Die 120 und 145 Quadratmeter großen Häuser – mit unterschiedlichen Grundstücksgrößen – werden für Preise ab einer Höhe von 360.000 Euro verkauft und für einen Quadratmeterpreis von 13 Euro vermietet.

Doch es werden nicht nur Reihenhäuser gebaut. Auch drei Mehrfamilienhäuser werden auf dem Gelände errichtet. Die Vermarktung dieser Wohnungen übernimmt aber nicht die Deutsche Reihenhaus AG. Sie hat die 59 geförderten Wohnungen in den Mehrfamilienhäusern an die Firma Wohnraum Niedersachsen GmbH verkauft. Mit den Mietwohnungen wird auch dem sozialen Wohnungsbau Folge geleistet. Beinert gefallen die unterschiedlichen Angebote. „Es ist ein toller Mix“, sagt sie.

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