So bunt war Gehrdens Vergangenheit noch nie
Mehr als 100 nachkolorierte Fotos zur Stadtgeschichte in der neuen Ausgabe der Reihe „Gelbe Hefte“

Am Gehrdener Steintor im Jahr 1955: So ein DKW F91 ist heutzutage als Oldtimer eine absolute Rarität.Foto: Privatarchiv Rainer Piesch
Gehrden. Rainer Piesch hat sich sehr viel Arbeit gemacht. Wirklich sehr viel. Anfangs habe er noch die Stunden gezählt, sagt der Hobbyhistoriker. Doch nach 400 Stunden habe er aufgehört. Sein neuestes Projekt habe schlussendlich Jahre gedauert. Mehr als 100 historische Schwarz-Weiß-Fotos hat Piesch für die aktuelle Ausgabe „Gehrden in Farbe – Die Stadt vor 50 bis 100 Jahren“ nachkoloriert. „Es war eine Fleißarbeit und Fummelei“, gesteht Piesch. Doch die Mühe hat sich sichtlich gelohnt.

Piesch, der auf seiner Homepage „Gehrdener Ansichten“ eine schier endlose Zahl an historischen Fotos, Bildern und Postkarten zusammengetragen hat, war aber auch motiviert. Es ist bereits das dritte Heft mit bunten Fotos aus der Gehrdener Vergangenheit, das er vorlegt. Die durchweg positiven Reaktionen der Leserinnen und Leser auf die beiden Vorläufer, die sich mit der Gehrdener Historie in nachkolorierten Schwarz-Weiß-Bildern beschäftigten, hätten ihn ermutigt, ein weiteres Heft zusammenzustellen, erzählt er. Piesch hat dafür in seinem umfangreichen Fotoarchiv gekramt und Bilder herausgesucht, die aufgrund des Alters seinerzeit in Schwarz-Weiß produziert worden waren.

Piesch hat ihnen einen Farbanstrich gegeben. „Da monochrome Fotos meist einen etwas nüchternen und kalten Eindruck vermitteln, habe ich die Bilder koloriert, aber nicht wie in früheren Zeiten mit Stift und Pinsel, sondern mit computergestützten Programmen“, sagt er. Er ist davon überzeugt, dass so die Vergangenheit eine richtige Nähe bekommt. „Man wird hineingetragen“, sagt er.

Zu sehen und zu bestaunen sind unter Straßenszenen am Steinweg, das Drachenhaus am Waldrand, das „Berggasthaus Niedersachsen“, das „Café am Markt“, der Marktplatz, die Gärtnerei Behre, die „Burgberg-Klause“, die Rote Schule und die Margarethenkirche. Das Ganze hat Piesch mit ergänzenden Informationen versehen, die Vergessenes wieder in Erinnerung rufen sollen.

Herausgekommen ist einmal mehr eine kleine Dokumentation in der Reihe der bekannten „Gelben Hefte“ des Heimatbundes mit vielen zumeist bisher unbekannten Fotos aus der Historie der Stadt.

Das Heft ist ab sofort für 5 Euro in der Gerdener Buchhandlung Lesezeichen und in der Stadtbibliothek im Rathaus erhältlich.

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