Nach ersten Workshops 2018: Die Bagger können rollen
Startschuss für die Ortskernsanierung von Ronnenberg ist erfolgt:
„Die größte Investition in der Kernstadt seit Jahrzehnten“

Spatenstich: Mitglieder aus Rat, Verwaltung und Kommunalpolitik freuen sich über den symbolischen Beginn.Foto: Stephan Hartung
Ronnenberg. Jetzt soll es so richtig losgehen: Der erste Spatenstich für die Ortskernsanierung in Ronnenberg ist erfolgt. Es ist „die größte Investition in der Kernstadt seit Jahrzehnten“, wie Ronnenbergs Bürgermeister Marlo Kratzke (SPD) während des offiziellen Starts auf dem Parkplatz des Gemeinschaftshauses in Anwesenheit seiner Stellvertreter und der Ortsbürgermeister verkündet.

Wie immer bei solchen Großprojekten wird in mehreren Abschnitten gebaut. Am Alten Friedhof, gegenüber des Gemeinschaftshauses, haben sogar im November schon die ersten Arbeiten im November begonnen. Bis zum Jahresende wird dort eine neue Beleuchtung installiert, es entstehen drei neue Sitzgelegenheiten in Form von Bänken und insgesamt eine bessere Barrierefreiheit mit der Erneuerung des Fußwegs.

Nun hatte die Stadt sich mit Vertretern aus Verwaltung und Kommunalpolitik doch zu einem Spatenstich getroffen – ein symbolischer Akt, weil es nun um das ganz große Gedeck geht. Denn ab Januar 2026 startet der zweite Abschnitt. Er beinhaltet eine neue Zuwegung zum Eingang des Gemeinschaftshauses. Dazu wird unter anderem eine Rampe vom Eingang entlang des Gebäudes in Richtung Parkplatz errichtet, damit das Gebäude künftig auf diese Weise barrierefrei erreicht werden kann. „Bis zum 8. Februar 2026 haben wir den barrierefreien Zugang zum Gemeinschaftshaus geschafft“, kündigt Torsten Kölle, Erster Stadtrat, an.

Im dritten Teil des ersten Bauabschnittes soll dann der Parkplatz überarbeitet werden. „Der Parkplatz wird eine große Veränderung erfahren“, sagt Vanessa Seewöster, Freiflächenplanerin der Stadt. Die bislang voll versiegelte Fläche soll zu einem gefestigten Parkplatz mit Beeten und Bäumen und geschwungenen Wegen gewandelt werden. Seewöster kalkuliert damit, dass es danach 36 Parkflächen geben wird – das sind nur drei weniger als bisher.

Im Verlauf der Ortskernsanierung folgen auf die Arbeiten am Altem Friedhof und dem Gemeinschaftshaus eine Sanierung des Kirchhügels im Anschluss und noch zwei weitere Abschnitte, die erst später umgesetzt werden sollen. Darin enthalten soll auch eine mögliche Verlegung der Buswendeschleife als sogenannte Rendezvous-Haltestelle an die Straße Über den Beeken sein – wodurch auf der frei werdenden Fläche ein zentraler Platz entstehen könnte. „Wir arbeiten uns langsam über den Kirchhügel rüber“, sagt Kölle. Klar sei, dass das Stadtfest im Juni 2026 stattfinden könne und nicht gefährdet sei. Ein weiterer Abschnitt ist die Sanierung der Straße Hagentor.

Vor dem Bau gab es die Planung dafür. Für diese war übrigens seit Anfang 2024 ein Planungsbüro von Landschaftsarchitekten aus Hamburg verantwortlich. Der Name des Unternehmens: Schöne Aussichten. Wenn das mal kein gutes Omen ist, dass der Ortskern von Ronnenberg entsprechend schick wird. Nur ein wenig Geduld ist eben noch gefragt, bis alles fertig ist. „Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis für die Einschränkungen während der Bauphase“, sagt Kratzke. So steht während des gesamten ersten Bauabschnittes beispielsweise der Parkplatz des Gemeinschaftshauses nicht für seine originäre Nutzung zur Verfügung.

Die Planungen zur Ortskernsanierung hatten schon 2018 mit einer öffentlichen Beteiligung in Workshops begonnen. Die Ortskernsanierung hat ein finanzielles Volumen von rund 10 Millionen Euro und wird aus dem Fördertopf Lebendige Stadtzentren zu rund 66 Prozent gefördert – ein Drittel vom Bund, ein Drittel vom Land. Der Förderzeitraum erstreckt sich über Jahre, wobei für die tatsächliche Umsetzung zehn bis 15 Jahre veranschlagt werden.

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