Gegen Wühlmäuse und Maulwürfe: Waldsportplatz wird zum Hundefreilauf
Premiere beim TSV Wennigsen: Der Verein bietet sein eingezäuntes Gelände bis Frühjahrals Auslauf an – Start ist am Freitag

Neues Angebot des TSV Wennigsen: Auf dem Waldsportplatz richten Vorstandsmitglied Matthias Fetköther (von links) und Vorsitzender Florian Hergert - auch für seinen eigenen Hund - mit dem zertifizierten Trainer Karsten Meier künftig regelmäßig eine Hundefreilauffläche ein.Foto: Ingo Rodriguez
Wennigsen. Tobende Vierbeiner statt schweißtreibender Trainingseinheiten und Punktspiele von Fußballmannschaften: Auf dem Waldsportplatz des TSV Wennigsen soll regelmäßig eine Freilauffläche für Hunde eingerichtet werden – mit zertifizierter Betreuung. Der Verein feiert mit seinem neuen Angebot eine Premiere: Die Anlage am Fuße des Deisters wird Wennigsens erste Fläche dieser Art.

Der Verein hat für die Initiative gute Gründe: Er hat in den Wintermonaten auf dem Areal des Waldsportplatzes große Probleme mit Wühlmäusen und Maulwürfen. Der Sportbetrieb wird immer ab Oktober auf den Kunstrasenplatz am Bröhnweg verlagert. „Wenn der Platz monatelang nicht genutzt wird, holt sich die Natur die Fläche zurück“, sagt der TSV-Vorsitzende Florian Hergert. Im Rasen sind zurzeit rund 150 bis 200 Löcher. Der Vereinschef hat recherchiert, dass die regelmäßige Bearbeitung des Rasens durch Hundepfoten durchaus abschreckend wirken kann. Der komplett eingezäunte Waldsportplatz biete sich für den Winter geradezu als Hundefreilauf an.

Die Pläne wurden nach einem Gespräch des TSV-Chefs mit Bürgermeister Ingo Klokemann (SPD) konkreter. Die Idee des Vereins stieß auf großen Zuspruch. „Es gibt bei der Gemeinde regelmäßig Fragen aus der Bevölkerung nach einer Freilauffläche“, berichtet Hergert. Von den wiederkehrenden Wünschen habe er durch den Bürgermeister erfahren. Von der Initiative des Vereins profitiere auch die Gemeinde als Kooperationspartnerin. „Weil es in Wennigsen keine Freilauffläche für Hunde gibt, besteht großer Bedarf“, sagt der TSV-Vorsitzende.

Ein Zufall brachte das Projekt zur Reife: Ausgerechnet der Nachbar des Vereinschefs ist ausgebildeter Hundetrainer. Davon habe er in einem Gespräch erfahren, so Hergert. Der 54-jährige Karsten Meier ist seit drei Jahren vom Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) zertifiziert. „Der Begriff Hundetrainer ist nicht geschützt, aber ich habe eine anerkannte Weiterbildung mit jeweils rund 300 Stunden Theorie und Praxis absolviert“, berichtet Meier.

Von Aktionen auf einer Freilauffläche würden Hunde sowie die Halterinnen und Halter der Tiere erheblich profitieren, sagt Meier. „Es lässt sich durch Beobachtungen viel über die Körpersprache und das charakterliche Sozialverhalten der Hunde lernen.“ Als Rudeltiere seien es auch domestizierte Hunde gewohnt, ihrem ureigenen Instinkt des Freilaufens zu folgen. Das Angebot könne die „Mensch-Hund-Kommunikation“ verbessern.

Bis zum Beginn der Brut- und Setzzeit sowie der Rückkehr des Sportbetriebes im April wird der Waldsportplatz freitags von 15 bis 17 Uhr als Freilauffläche angeboten. Der Hundetrainer und der Vorsitzende wollen Zonen für große und kleine Vierbeiner einrichten und auch Tipps geben. Das Angebot ist kostenfrei, es wird eine Spendenbox aufgestellt. Eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht erforderlich. Auch die Gastronomie und die Toiletten des TSV werden geöffnet sein.

Einige Regeln: Futter und Hundespielzeug bleiben bitte zu Hause, „um keinen Neid unter den Tieren zu wecken“, sagt der Hundetrainer. Hundekot muss eingesammelt werden. Gewaltanwendungen als Bestrafungen der Tiere würden unterbunden.

Zunächst sei das Projekt in einer Testphase, berichtet Hergert. Wenn sich das Angebot bewähre, sei die Einführung einer Minigebühr denkbar – etwa über eine passive Mitgliedschaft für eine Nutzung des Hundefreilaufs von Oktober bis April. Auch ein zweiter Aktionstag pro Woche wäre möglich.

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