Jung, engagiert und heimatverbunden
Der 17-jährige Adrian-Erich Volker ist neuer Dorfhelfer in Northen

Generationenwechsel: Friedrich Schmidt (rechts) hört auf, Adrian-Erich Volker übernimmt.Foto: Heidi Rabenhorst
Northen. Mit frischem Elan und viel Heimatverbundenheit hat Northen seit dem 1. Januar einen neuen Dorfhelfer: Der 17-jährige Adrian-Erich Volker hat die Aufgabe übernommen und tritt damit in große Fußstapfen. Denn sein Vorgänger Friedrich Schmidt prägte das Ortsbild ganze drei Jahrzehnte lang. Ortsbürgermeister Friedhelm Meier (SPD) nutzt den Wechsel, um den neuen Dorfhelfer willkommen zu heißen und zugleich die außergewöhnliche Leistung seines Vorgängers zu würdigen.

„Es ist heute keineswegs selbstverständlich, dass jemand über einen so langen Zeitraum mit so viel Engagement für ein Dorf tätig ist“, betont Meier. Der 68-jährige Friedrich Schmidt habe mit fachlicher Kompetenz, großer Hingabe und einem besonderen Blick für das Ortsgrün das Erscheinungsbild Northens entscheidend mitgeprägt. Für ihn sei die Tätigkeit nie nur ein Nebenjob gewesen, sondern „eine echte Berufung“. Als „Mann mit der Pfeife“ wurde Schmidt zu einer festen Institution im Dorf und genoss hohe Anerkennung bei den Bürgerinnen und Bürgern. Auch wenn er nun kürzertritt, bleibt er Northen verbunden: Als ehrenamtlicher Sprecher der Seniorengruppe zur Pflege des Friedhofs engagiert er sich weiterhin für die Dorfgemeinschaft.

Friedrich Schmidt selbst blickt mit Freude auf die vergangenen 30 Jahre zurück. „Als ich damals angefangen habe, hätte ich nie gedacht, dass es so viele Jahre werden“, sagt er. Umso mehr freue es ihn, dass das Amt jetzt in jüngere Hände übergeht – und ganz besonders, wer diese übernimmt. „Ich kenne Adrian-Erich schon, seit er ein Kind war. Er ist hier fest verwurzelt“, so Schmidt.

Tatsächlich ist der neue Dorfhelfer in Northen kein Unbekannter. Bereits beim Projekt „Northen soll aufblühen“ übernahm Adrian-Erich Volker die Patenschaft für ein Beet, das er regelmäßig pflegt, gießt und von Unkraut befreit. „Mir ist wichtig, dass unser Dorf gut aussieht“, sagt der Jugendliche, der derzeit eine Ausbildung zum Industriemechaniker absolviert. Ehrenamtliches Engagement spielt in seinem Leben eine große Rolle: Er ist Feuerwehranwärter in der Ortsfeuerwehr, Betreuer in der Jugendfeuerwehr und zudem ehrenamtlich in der Werkfeuerwehr seines Ausbildungsbetriebs aktiv.

Auch familiär ist das Ehrenamt fest verankert. Sein Vater Marc-Erich Volker ist langjähriges Ortsratsmitglied, Vorsitzender der CDU Northen und seit Kurzem Stadtverbandsvorsitzender. Eine besonders enge Beziehung verbindet den 17-Jährigen mit seiner Großmutter, für die er Einkäufe erledigt oder im Winter frühmorgens Schnee räumt. Dass er zwei Vornamen hat, ist eine Hommage an seinen Urgroßvater und Großvater. „Sie hießen Erich“, erzählt er.

Auf sein junges Alter angesprochen, reagiert er selbstbewusst. „Meine Oma hat mir erzählt, dass manche mir das Amt nicht zutrauen“, sagt er – und fügt entschlossen hinzu: „Denen werde ich es zeigen.“ Wer mit ihm spricht, nimmt ihm diese Haltung sofort ab: Er wirkt motiviert und verantwortungsbewusst.

Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem die Pflege öffentlicher Grünflächen. „Ich bin gern an der frischen Luft und ich kann mir die Arbeitszeit frei einteilen“, sagt Volker. Zudem sei der Nebenverdienst zur Ausbildung willkommen. Ausgerüstet ist er gut: Er bringt eigene Geräte mit, zudem hat Friedrich Schmidt seine Unterstützung zugesagt. „Wir treffen uns nächste Woche. Dann zeigt er mir alles, was wichtig ist“, erzählt der neue Dorfhelfer.

Angestellt ist er bei der Stadt Gehrden als geringfügig Beschäftigter mit einem monatlichen Arbeitsumfang von zehn Stunden. Er ist nicht der einzige junge Dorfhelfer im Stadtgebiet: Auch in Everloh und Leveste übernehmen mit Florian Bode und Henner Isemann zwei 17-Jährige diese Aufgabe.

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