Verzögerung beim neuen Feuerwehrzentrum
Projekt am Bünteweg liegt hinter dem Zeitplan zurück

Konkrete Pläne: Wo einst Akten vernichtet wurden, soll bald die Feuerwehr einziehen. Die Stadt will das Gebäude am Bünteweg in ein Logistzentrum umbauen.Foto: Dirk Wirausky
Gehrden. Das hatten sich Bürgermeister Malte Losert (parteilos) und die Gehrdener Feuerwehr anders vorgestellt. Das neue sogenannte Logistikzentrum am Bünteweg sollte längst bezugsfertig sein. Doch es gab Unstimmigkeiten und Unwägbarkeiten bei der Planung.

Und die haben in erster Linie mit zahlreichen Auflagen zu tun, unter anderem mit dem Brandschutz. Ortsbrandmeister Peter-Albert Fricke blieb in seiner Kritik dezent zurückhaltend. Er sprach bei der jüngsten Generalversammlung von immer wieder neuen Problemen. So musste auch das Planungsbüro gewechselt werden.

Losert bedauert die Verzögerungen und gibt zu: „Es ist ein zähes Projekt.“ Er hätte sich gewünscht, dass das Logistikzentrum schon früher fertig geworden wäre. Nun allerdings seien die Grundlagen geschaffen worden, dass es noch in diesem Jahr der Feuerwehr übergeben werden könnte.

Für etwa 2 Millionen Euro hatte die Stadt 2023 die Immobilie in unmittelbarer Nachbarschaft der Feuerwehr gekauft. Auf der mehr als 3300 Quadratmeter großen Fläche am Bünteweg stehen eine Halle und ein Bürogebäude der ehemals dort ansässigen Firma Koch Aktenvernichtung. Die Halle hat eine Größe von etwa 600 Quadratmetern, das Bürogebäude hat eine Größe von 110 Quadratmetern; dazu gibt es noch ein bungalowähnliches Wohnhaus, das seit einigen Monaten von der Calenberger Musikschule genutzt wird. Alle Gebäudekomplexe sind zwar in einem guten Zustand, Umbauarbeiten für die Bedürfnisse der Feuerwehr sind allerdings dennoch notwendig. Der wird von Losert mit 1,1 Millionen Euro beziffert.

Auslöser für den Kauf der Immobilie und des Geländes ist die neue Drehleiter, die von der Gehrdener Feuerwehr seit September genutzt wird. Dadurch fehlt es an Platz im Feuerwehrhaus an der Nordstraße. Deshalb weicht die Feuerwehr auf das frei gewordene Nachbargrundstück am Bünteweg aus.

Die Pläne: In dem an die Halle angrenzenden Bürotrakt werden Räume für den Stadtbrandmeister, den Ortsbrandmeister und dem Jugendwart eingerichtet. Hinzukommen Lagerfläche für die Kleiderkammer der Feuerwehr, die zurzeit noch im alten Feuerwehrgerätehaus in Leveste untergebracht ist, und Sanitäranlagen.

Für die Ausrüstungsgegenstände der Stadtjugendfeuerwehr soll in der neuen Fahrzeughalle ein Bereich separiert werden. Die Stellfläche in der Halle reicht für drei bis vier Einsatzfahrzeuge. Mit der Verlagerung der vorhandenen Fahrzeuge in die Halle am Bünteweg wird im Feuerwehrhaus an der Nordstraße der dringend erforderliche Einstellplatz für die Drehleiter frei.

Doch das Umsetzen der Idee wurde zum Geduldsspiel. Losert gesteht: „Der Kauf ist das eine, die Instandsetzung des Gebäudes das andere.“ Es habe immer wieder neue Auflage gegeben. So fordert die Feuerwehrunfallkasse beispielsweise eine Abgassauganlage in der Fahrzeughalle. Darüber hinaus musste der Bebauungsplan geändert werden, weil mehr Fläche versiegelt werden muss, als vorhanden. Grund dafür ist, dass die Zufahrtsfläche für die Einsatzfahrzeuge vergrößert werden muss, zudem wird das Feuerwehrhaus mit dem neuen Gelände am Bünteweg verbunden. „Wir werden unter anderem einen fußläufigen Verbindungsweg zwischen dem Feuerwehrhaus an der Nordstraße und der neuen Fahrzeughalle am Bünteweg anlegen“, erläutert Losert.

Doch inzwischen geht es voran. Ein neuer Entwurf liegt vor, der Bauantrag ist inzwischen eingereicht. Losert ist deshalb zuversichtlich: Ende des Jahres solle die Feuerwehr neben ihrem Domizil an der Nordstraße ein weiteres Gebäude nutzen können.

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