Bürgermeister Marlo Katzke (SPD) hatte das Treffen „in großer Runde“ nach eigener Angabe initiiert. Teilnehmer waren neben der BI und Vertretern der politischen Fraktionen im Rat auch Horizon und die von dem Unternehmen mit einer Abdeckung der Halde beauftragte Firma Menke Umweltservice Ronnenberg sowie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Es sei darum gegangen, alle an einen Tisch und auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen, erläuterte Kratzke.
Unterschiedliche Auffassungen gebe es auf beiden Seiten vor allem noch um die sogenannte „Nase“, einen vorspringenden Teil der Halde, der besonders nah an die Wohnbebauung heranragt. Während Menke argumentiere, die „Nase“ könne nicht abgetragen werden, fordere die BI genau das. Das dabei anfallende Material soll zur Modellierung der Halde verwendet werden, erläutert der Bürgermeister die Haltung der Initiative. Das würde Menke lieber mit anzulieferndem Bauschutt erledigen. Kernvorwurf der Gegner dieser Idee ist es, dass Menke so viel wie möglich Bauschutt auf die Halde aufbringen möchte, um an der Entsorgung dieser Abfälle zu verdienen.
Weiterhin Streit gibt es auch um das europäische Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet), das sich entlang der Halde an der Westseite gebildet hat und streng geschützt ist. Menke möchte die Fläche fast komplett für die Umgestaltung der Halde nutzen, während die BI für den größtmöglichen Erhalt eintritt.
Eines der Ziele der Ronnenberger ist es, die Anzahl benötigter Lkw-Fahrten zur und von der Halde so gering wie möglich zu halten. Dabei ist auch die mögliche Route der Lastwagen noch ungeklärt. Nach Aussagen Kratzkes sind zumindest die möglichen Routen über Weetzen nicht mehr im Rennen. Das sei auch eine Erkenntnis des Treffens. Demnach könne die Brücke über die Bundesstraße 217 in der Verlängerung des Weetzer Kirchweges der dauerhaften Beanspruchung durch die schweren Transportfahrzeuge nicht standhalten.
Gleichsam wollten die Beteiligten aber auch verhindern, dass die Lastwagen den Weg durch das geschlossene Siedlungsgebiet des Ortsteils Ronnenberg nehmen. Als dritte Alternative stand bislang eine Route durch die Feldmark, südlich in Richtung Gehrden und dann auf die B217 zur Diskussion. Dieser wollte allerdings der Realverband Ronnenberg als Eigentümer der dortigen Feldwege nicht zustimmen.
Als interessierte Zuhörer verfolgten Vertreter des LBEG als Genehmigungsbehörde die Diskussionen. Da der Antrag auf Abdeckung der Halde noch nicht gestellt sei, „läuft bei uns noch kein Genehmigungsverfahren. Entsprechend konnten wir auch noch nichts prüfen beziehungsweise können noch keine Aussagen treffen“, betont Eike Bruns, Sprecher der Behörde. Auf Nachfrage erläutert er, dass die Möglichkeit, einen Zwang auf den Realverband auszuüben, damit dessen Wege genutzt werden dürfen, im Sinne des Bundesberggesetzes Grundabtretungen nur bei aktivem Bergbau vorgesehen sei. „Das bedeutet nicht, dass es nicht vielleicht noch andere Rechtsnormen gibt, die angewendet werden könnten.“ Ohne einen konkreten Antrag könne das LBEG das aber nicht prüfen. „Grundsätzlich empfehlen wir aber immer privatrechtliche Lösungen“, stellt er fest.
„Alle warten jetzt auf den Antrag“, stellt deshalb auch Kratzke fest. Wann es so weit ist, ist allerdings noch nicht abzusehen.