Zum Feiern kamen die Frauen und Männer der Feuerwehr aber nicht. Gegen 2 Uhr waren sie schon wieder in Bewegung. Es brannte in der Nacht zum 1. Januar ein Mülleimer an der Nordstraße. Es folgten zum Jahresbeginn zudem etliche Sturmschäden. Kurzum: In Bewegung sind die Gehrdener Einsatzkräfte ständig. Auch zuletzt, als sie ihre Fahrzeuge mit Schneeketten ausrüsten mussten, weil ungewöhnlich heftiger Schneefall einsetzte und zu winterlichen Straßenverhältnissen führte.
Dennoch: „Nur“ 117 Einsätze sind weniger als in den vergangenen Jahren. 2022 wurde die Feuerwehr 153-mal alarmiert. 2023 waren es 150 Einsätze, 2024 138.
Auffällig: Mehr als 30-mal hieß die Einsatzlage „hilflose Person hinter verschlossener Tür“ oder Unterstützung des Rettungsdienstes. Eine Entwicklung, die es bereits 2024 gab. Die ehrenamtlichen Rettungskräfte verzeichnen einen Anstieg der Einsätze, bei denen für Notärzte Haus- und Wohnungstüren geöffnet werden müssen. Auch deshalb freute sich Ortsbrandmeister Peter-Albert Fricke über eine Spende, mit der eine zweite Übungstür angeschafft werden konnte. „Das muss geübt werden“, betonte er bei der Generalversammlung am Samstag im Bürgersaal.
Fast 40-mal wurde die Feuerwehr wegen eines ausgelösten Rauchmelders alarmiert. Bürgermeister Malte Losert (parteilos) bezeichnete dies als etwas ärgerlich und erinnerte an den 12. November des vergangenen Jahres. Rathaus, Grundschule und Flüchtlingsunterkunft am Bünteweg – gleich dreimal sprang an diesem Tag in diesen Gebäuden ein Rauchmelder an. Fricke sieht darin aber kein Problem. Im Gegenteil: Die Brandmeldeanlagen würden Sicherheit geben und Schlimmeres verhindern. „Wir fluchen nicht über diese Art der Alarmierung“, sagte er.
Dazu kamen für die 84 Einsatzkräfte Verkehrsunfälle, Containerbrände, ein Vegetationsbrand, das Beseitigen von ausgelaufenen Betriebsstoffen, Wasserschäden und Großfeuer wie jenes im türkischen Restaurant „Boaz“ an der Schulstraße im Mai oder ein sogenannter Entstehungsbrand im Technikgeschoss des Krankenhauses.
Der Höhepunkt des Jahres war ohne Frage die Anschaffung der neuen Drehleiter, die seit September im Einsatz ist. Zugführer Fabian Runge bezeichnete dies als „Meilenstein für Gehrden“.
Gleichzeitig bedeute dies für die Frauen und Männer der Feuerwehr eine neue technische und taktische Herausforderung. Entsprechende, intensive Schulungen seien notwendig gewesen. Die Drehleiter ist für Gehrden auch deshalb wichtig, weil es laut Losert mehr als 100 Gebäude im Stadtgebiet gebe, für die im Ernstfall der Einsatz einer Drehleiter nötig sei.
Und auch wenn die Zahl der Einsätze zurückgegangen ist: Erstmals in der Geschichte wurde die 12.000er-Marke an Einsatz- und Übungsstunden geknackt. Exakt 12.369 Stunden an 450 Terminen wurden gezählt. 9797 Stunden entfallen davon auf die Ausbildung, Lehrgänge und Wartung. Aus- und Fortbildung gepaart mit moderner Technik und Kameradschaft seien Schwerpunkte der ehrenamtlichen Arbeit, so Fricke.
Auch die Nachwuchsförderung zählt dazu. Vier Jugendliche wurden in den aktiven Dienst übernommen. Auch auf dieser Ebene bleibt die Gehrdener Feuerwehr in Bewegung.