Vorbereitungen fürs Freischießen laufen
Für das große Sommerspektakel ist etliches zu organisieren

Historisch: Beim traditionellen Wennigser Freischießen versetzen Männer und Frauen in historischen Uniformen den Ort über fünf Tage in einen Ausnahmezustand - und alle machen mit.Foto: Dennis Michelmann
Wennigsen. Alle drei Jahre verkleiden sich viele Wennigser und Wennigserinnen und vollziehen fünf Tage lang aus der Zeit gefallene Rituale. 2026 ist es wieder so weit: Das Freischießen beginnt am Sonnabend, 20. Juni, und endet am Mittwoch, 24. Juni.

Die Vorbereitungen laufen längst. Aktuell würden Posten vergeben und Uniformen überprüft, erläutert Eckhard Rogge, kommandierender General bei der historischen Veranstaltung. Dabei übernehme automatisch der- oder diejenige wieder ihre Aufgaben von der Veranstaltung von vor drei Jahren. Wer nicht könne oder wolle, müsse für Ersatz sorgen. Beim sogenannten Schinkenklopperball im vergangenen Herbst sei schon etliches besprochen und in die Wege geleitet worden. Aktuell sei das Team noch auf der Suche nach einer Schneiderei.

Am 3. Mai findet das „Losmachen“ statt, bei dem sich die „Schützengesellschaft“ gründet. „Wir sind kein Verein“, betont Rogge. Das Freischießen finanziere sich komplett durch Spenden und durch Einnahmen im Zusammenhang mit den Festivitäten. Die sogenannten Schaffer würden ab April mit dem Spendensammeln beginnen. 30 Euro koste es beispielsweise, wenn man im „Landsturm“ mitlaufen wolle. Dafür erhalte man eine kostenlose Verpflegung im Festzelt. Als Wirt habe sich René Arendt verdingt. Der Festplatz zwischen Wennigsen und Argestorf sei inzwischen vergrößert und an die Kanalisation angeschlossen worden.

Aktuell bereite man die Anfrage für Musikkapellen aus dem Calenberger Land vor. Rogge rechnet mindestens mit Zusagen aus Gehrden, Leveste, Linderte, Schulenburg (Leine) und Springe. „2023 haben wir zum ersten Mal die Hauptstraße komplett gesperrt“, berichtet er. Das habe sich bewährt und werde auch dieses Mal wieder so gehandhabt. Schon länger sei man bei der Dekoration der die Straßen säumenden Birkenstämmchen auf Wachstuchstreifen umgestiegen. Früher habe man dafür Krepp-Papier benutzt, was jedoch bei Regen schnell unschön ausgesehen habe. Die beim letzten Freischießen erstmals hauptsächlich an Kinder verteilten kleinen Fähnchen in Wappenfarben werde es wieder geben. Auch technisch habe man aufgerüstet. Dank der Headsets tragenden Befehlshaber können jetzt neben den „Befehlsempfängern“ auch die Zuschauerschaft die Kommandos mithören. Die „Parade“ werde wie beim letzten Mal auf der Höhe des Edeka-Marktes an der Hauptstraße sein. Der früher genutzte Bereich vor dem Wirtshaus Kerbholz an der Hauptstraße sei aufgrund der Straßenverengung für die 20 mitfahrenden Kutschen zu eng.

Was wird es sonst geben? Am Samstag, 20. Juni, werden sechs Böllerschüsse abgegeben, nachdem die Turmuhr abends sechsmal geschlagen hat. Dann startet eine Parade vom Schützenhof zur Festwiese. Zuvor findet eine Generalprobe in Zivil statt und frisches Birkengrün wird für die Dekoration der Ortschaft aus dem Wald geholt.

Am Sonntag, 21. Juni, finden sich um 6 Uhr die Wachen bei ihren Offizieren ein und werden dort bis mittags verköstigt. Ab 13 Uhr versammeln sich alle Teilnehmenden. Um 14.30 Uhr übergibt der Bürgermeister die Schützenkette an den Schützenkönig. Um 15 Uhr erreicht das Fest mit dem großen Umzug durch Wennigsen seinen Höhepunkt.

Der Festmontag und -dienstag stehen im Zeichen der Dankbarkeit. Die Schaffer und eine Abordnung von etwa 50 Personen bedanken sich bei allen, die Geld gespendet haben. Diese werden namentlich verlesen und Fahnen vor ihren Häusern geschwenkt. Am Mittwoch, 24. Juni, wird die Schützenscheibe am Haus des neuen Schützenkönigs angebracht. Danach folgt das traditionelle „Schinkenkloppen“, bei dem „Vergehen“ während des Festes humorvoll geahndet werden.

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