Bürgermeister Henning Schünhof eröffnete den Empfang vor Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung, Vereinen, Ehrenamt, Wirtschaft sowie zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern. In seiner Rede machte er deutlich: „Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen, sich einbringen und auch bereit sind, Dinge zu hinterfragen und zu verändern.“ Gerade junge Menschen müssten dabei frühzeitig erfahren, dass ihre Meinung zählt: „Wenn wir wollen, dass junge Menschen sich für unsere Gesellschaft engagieren, müssen wir ihnen echte Beteiligung ermöglichen – nicht irgendwann, sondern jetzt.“
Dies war auch Thema in der Talkrunde, die Schünhof gemeinsam mit Stadtjugendpfleger Björn Wende moderierte. Keno Kunkel, ehemaliges Mitglied des früheren Barsinghäuser Jugendparlamentes diskutierte dabei über seine Erfahrungen aus der Arbeit vor rund 20 Jahren. Er berichtete von konkreten Erfolgen, aber auch von Herausforderungen und äußerte Wünsche für eine zeitgemäße Ausgestaltung des neuen Gremiums.
Mit Blick auf die geplante Wiederbelebung des Jugendparlaments betonte Wende: „Das neue Jugendparlament soll kein symbolisches Gremium sein, sondern ein Ort, an dem junge Menschen wirklich mitreden und mitentscheiden können. Ihre Perspektiven sind für uns enorm wertvoll – gerade bei Themen wie Stadtentwicklung, Mobilität oder Freizeitangebote.“ Er ergänzte: „Wir wollen aus den Erfahrungen der Vergangenheit lernen und gemeinsam mit den Jugendlichen Strukturen schaffen, die langfristig tragen.“
Für Abwechslung und Begeisterung sorgten die mehrfachen Auftritte der TGW-Turnerinnen des TSV Kirchdorf, die mit ihren sportlich anspruchsvollen Darbietungen großen Applaus erhielten. Trainiert wird die Gruppe von Sophie Himmelseher. Auch hier hob der Bürgermeister den ehrenamtlichen Einsatz hervor: „Solche Auftritte sind nur möglich, weil Menschen ihre Zeit und Energie investieren – das verdient Anerkennung und Dank.“
Ein besonders bewegender Höhepunkt des Neujahrsempfangs war die Verleihung des „3. Barsinghäuser Preises für Zivilcourage – Helfende Hand“. Die Preisträgerin, eine 66-jährige Barsinghäuserin, möchte anonym bleiben. Trotz eigener gesundheitlicher Einschränkungen griff sie im Sommer 2025 mutig ein, als sie einen Mann mit mehreren Mädchen beobachtete, dessen Verhalten später als sexueller Missbrauch eingestuft wurde. Durch ihr entschlossenes Handeln, die Dokumentation des Vorfalls und die Information der Polizei habe sie maßgeblich zur strafrechtlichen Aufarbeitung beigetragen.
In seiner Würdigung fand Schünhof klare Worte: „Diese Frau hat nicht weggesehen. Sie hat Verantwortung übernommen – trotz persönlicher Einschränkungen und möglicher Risiken. Das ist gelebte Zivilcourage in ihrer reinsten Form.“ Dass die Preisträgerin das Preisgeld dem Kinderschutzbund spendet, sei ein starkes und zutiefst menschliches Zeichen. Dem stimmte auch Polizeikommissariatsleiter Ludger Westermann zu: „Es ist bewegend zu sehen, dass jemand ein solches Maß an Zivilcourage als so selbstverständlich ansieht, dass sie dafür nicht belohnt werden will.“
Darüber hinaus wurden im Rahmen des Neujahrsempfangs zwölf Ehrenamtskarten an engagierte Bürgerinnen und Bürger überreicht. „Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Stadtgesellschaft“, sagte Schümnhof. „Ohne die vielen Menschen, die sich tagtäglich freiwillig engagieren, wäre Barsinghausen nicht die lebenswerte Stadt, die sie ist.“ Ausgezeichnet wurden: Lilli Bischof, Jule Röhrkaste, Heinz Oppermann, Michael Bruns, Melanie Pihali, Günther Werner, Marion Siegmeier, Edith Zgrzebski, Holger Juhl, Alfred Schön, Jonas Möritz und Chiara Bierbrauer.