Viele Fragen um Gehrdens größte Sporthalle
Stadt will Gutachten einholen, ob sich eine Modernisierung lohnt.Große Nachfrage nach Hallenzeiten durch Schulen und Vereine.

Sanierung oder Abriss? Für die alte Sporthalle an der Langen Feldstraße soll ein Gutachten eingeholt werden.Foto: Dirk Wirausky
Gehrden. Eins ist inzwischen entschieden: Gehrden bekommt eine zweite Großsporthalle – aus Kostengründen ohne Tribüne. Sie soll auf dem Gelände des Delfi-Bades gebaut werden. Doch es gibt noch eine zweite Sporthalle an der Langen Feldstraße. Sie ist in die Jahre gekommen und muss dringend modernisiert werden. Auch über einen Abriss ist in der Vergangenheit diskutiert worden. Nun will die Stadt ein Gutachten einholen, um herauszufinden, ob sich eine Sanierung und damit Erhalt und Weiternutzung der Halle lohnt. 100.000 Euro soll die Expertise kosten.

Die Sporthalle neben der Oberschule/IGS ist die zurzeit größte Sporthalle im Stadtgebiet. Und sie ist wettkampftauglich, besitzt eine Tribüne. Unabhängig davon herrscht im Schul- und Vereinssport ein erheblicher Mangel an Hallenzeiten. Kurzum: Im Stadtgebiet sind zwei große Dreifeldhallen erforderlich.

Schon lange ist Fakt: Gehrdens größte Sporthalle an der Langen Feldstraße muss umfassend modernisiert werden. Das Hallendach ist nicht mehr dicht und die Fassade energetisch längst nicht mehr zeitgemäß. Auch sonst entspricht die Halle nicht mehr den Anforderungen eines modernen Sportbetriebs.

Das war bereits 2018 ein Thema. Damals sollten etwa 2,3 Millionen Euro ausgeben werden, um die Halle wieder fit zu machen. Offen war aber schon vor fast acht Jahren, ob die Halle saniert wird oder gar neu gebaut werden muss. Noch gibt es keine Entscheidung. Ein Grund: Eine Sanierung oder gar Neubau hätte zu erheblichen Einschränkungen im Sportbetrieb geführt.

Nun ist man allerdings einen Schritt weiter: Der Bau einer neuen Sporthalle auf dem Gelände des Freibads ist beschlossene Sache. Als Baubeginn ist Mitte 2027 anvisiert worden. 10 Millionen Euro stehen für die Dreifeldhalle, die auf dem Gelände des Delfi-Bades stehen soll, bereit. Läuft alles nach Plan, wird die Sportstätte, die von einem Generalunternehmen geplant und errichtet werden soll, 2028 fertig sein. Sollte das klappen, könnte der alte Hallenkomplex angegangen werden.

Im Stadtgebiet herrscht ein akuter Mangel an Hallenzeiten. Die Sporthallen im Stadtgebiet sind teils bis in die späten Abendstunden durch die Schulen belegt. Außer den Schulen nutzen die Sportvereine die Hallen. Diese sind dadurch auch an den Wochenenden durch Turniere, Wettkämpfe und Trainingseinheiten fast ganztägig belegt. Seit Jahren klagen die Sportlerinnen und Sportler über fehlende Möglichkeiten, unter dem Hallendach zu trainieren.

Übrigens: 2016 war ein Sportstättenentwicklungsplan erstellt und vorgelegt worden. Aus Sicht des Landschaftsarchitekten Dieter Grundmann, der das Gutachten seinerzeit vorgestellt hatte, fehlen den Gehrdener Sportlern sogar drei Hallen.

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