„Mittlerweile konnten alle Grundstücke vermarktet werden, auch wenn noch nicht alle bebaut sind“, bestätigt Lea Drewnitzky, die Sprecherin der Stadt. Unlängst hatte sich für den Barsinghäuser Wirtschaftsstandort zudem eine gute Nachricht verbreitet: Kekshersteller Bahlsen will offenbar die Produktion des Frucht- und Nussriegels der Marke „Rawbite“ nach Barsinghausen holen – sein Werk befindet sich nur wenigeHhundert Meter entfernt vom Calenberger Kreisel. Unterdessen laufen inzwischen auch die Planungen für eine Erweiterung dieses Gewerbegebiets auf Hochtouren.
Wegen der steigenden Nachfrage nach Gewerbegrundstücken will die Stadt auch im östlich angrenzenden Steinklippenfeld schon in absehbarer Zeit weitere Ansiedlungen ermöglichen. Nach Angaben der Verwaltung soll bereits im nächsten Jahr ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Nur: Zuletzt herrschte nach den notwendigen archäologischen Untersuchungen lange Zeit Stillstand. Eigentlich hätte das Steinklippenfeld schon ab Frühjahr 2023 bebaut werden sollen.
Warum es sich nun doch länger hinzog: „Die archäologischen Untersuchungen konnten erst im September 2024 offiziell beendet werden“, erklärt Stadtsprecherin Drewnitzky. Erst da habe das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) die Flächen freigegeben. Doch jetzt nimmt das Erweiterungsvorhaben allmählich Fahrt auf: Parallel zu diesen Arbeiten seien unter anderem bereits die artenschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen für die Feldlerche entwickelt worden, teilt Drewnitzky auf Nachfrage mit. Sie bestätigt des Weiteren: „Die Änderung des Flächennutzungsplanes ist sogar schon rechtswirksam. Der Bebauungsplan soll im nächsten Jahr folgen.“
Die Stadtsprecherin nennt auch schon weitere Details: Demnach sei aktuell eine feste Anzahl an Gewerbegrundstücken nicht vorgesehen. „Die Flächengrößen werden möglichst nach dem Bedarf der Gewerbetreibenden eingeteilt und erschlossen“, kündigt Drewnitzky an. Die Kalkulation sei aber noch nicht abgeschlossen. Deshalb könne zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine verlässliche Aussage über Quadratmeterpreise gemacht werden. „Es ist aber schon absehbar, dass die Preise vom Calenberger Kreisel I deutlich überschritten werden“, so die Stadtsprecherin. Dort lagen die Preise bei durchschnittlich 60 Euro pro Quadratmeter. Wie es jetzt weitergeht: „Die Vermarktung soll ab dem kommenden Sommer starten“, kündigt Drewnitzky an.
Neue Gewerbegebiete sind essenziell für die wirtschaftliche Entwicklung einer Stadt, da sie Arbeitsplätze schaffen, die lokale Kaufkraft stärken, die Attraktivität für neue Unternehmen erhöhen und Steuereinnahmen generieren. Laut Verwaltung kommt die Stadt Barsinghausen dieses Jahr auf Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von fast 15 Millionen Euro. Mit eigenen Flächen könne die Stadt Anreize setzen, um Neuansiedlungen zu ermöglichen, sagt Stadtsprecherin Drewnitzky. Zudem seien auch Unternehmen vor Ort auf neue Gewerbegebiete angewiesen, um sich erweitern zu können.
Die Deisterkommune setzt auch künftig auf Wachstum. Allerdings besitzt sie zurzeit keine weiteren freien Areale für die Ansiedlung von Firmen, Betrieben, Dienstleistern und Unternehmen. „Die Stadt Barsinghausen selbst hat momentan keine freien Gewerbegrundstücke mehr“, bestätigt die Sprecherin.
Trotzdem gibt es Erweiterungspotenzial: Nach Auskunft der Stadtverwaltung gibt es unter anderem im Gewerbegebiet Bantorf noch eine Fläche der Stadtentwicklungsgesellschaft Barsinghausen (SGB). Und: „In Groß Munzel erfolgt aktuell die Bauleitplanung für mehrere Hektar große Logistikflächen eines privaten Erschließungsträgers“, teilt die Stadtsprecherin mit.