Herbsttour: Kritik am Busverkehr, Lob für Spielplätze und Terminvergabe
Bürgermeister Malte Losert hat alle Ortsteile besucht und sich den Fragen der Einwohner gestellt

Im Gespräch: Auf seiner Herbsttour stellt sich Bürgermeister Malte Losert den Fragen der Bürgerinnen und Bürger.Foto: Paul Michler
Gehrden. Es ist ein bisschen wie im Wahlkampf, wenn ein Politiker von Termin zu Termin hetzt. So ergeht es Malte Losert (parteilos), Bürgermeister der Stadt Gehrden. Es handelt sich jedoch nicht um eine Wahlkampf-, sondern um eine Herbsttour.

Losert besucht dabei alle sieben Ortsteile sowie die Kernstadt, um mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Mit einem vollen Terminkalender. So ist Losert beispielsweise an einem Sonnabend auf dem Bauernmarkt in der Fußgängerzone, zieht von dort nach Leveste weiter und steht anschließend in Lemmie Rede und Antwort.

Was Losert mitnimmt: „Kernthemen waren der Personennahverkehr. Auch die Anbindung an den Sprinti wurde oft angesprochen“, berichtet der Bürgermeister, der vor allem von Menschen in Ditterke und Redderse den Unmut vernimmt, warum der Sprinti quasi diese Ortschaften kreuzt – aber dennoch nicht in diesen kleinen Gehrdener Ortschaften hält. Im Gegensatz zu Barsinghausen und Wennigsen gibt es in Gehren jedoch kein Sprinti-Angebot.

Auch das Thema Schülerverkehr kommt immer wieder zur Sprache. Tenor: Die Busse seien oft zu voll, würden manchmal gar nicht fahren und würden manchmal die falschen Strecken nutzen – dazu seien die Ortsteile an Wochenenden regelrecht abgehängt. Losert kündigt an, diesen Themen in Gesprächen nachzugehen. Zuständig ist die Region.

Ein Aufreger war auch der Radverkehr und die Anbindungen an die Kernstadt und die Nachbarortschaften – wie in Redderse. Oder die Parksituation in der Innenstadt, mit zum Teil wenig Kapazitäten – und die oft unzureichende Beleuchtung von Gehwegen und fehlende Absenkungen von Bordsteinen als Barrieren für mobilitätseingeschränkte Menschen. Was Losert wichtig ist: „Die Kritik war immer sehr konstruktiv. Bei den acht Stationen weiß man ja nie, was einen erwartet. Es war aber alles sehr positiv, mit netten Gesprächen.“ Vor allem auf dem Marktplatz in Gehrden ist richtig etwas los – und dort gibt es auch lobende Worte, „und die tun ja auch immer gut“, sagt der Bürgermeister mit einem Augenzwinkern.

So gibt es vonseiten der Bürgerinnen und Bürger positive Resonanzen mit Blick auf die Spielplätze. „Die Leute haben uns gesagt, dass sie merken, dass dort etwas passiert“, so Losert. Ebenfalls gut kommt bei den Menschen an, dass es im Rathaus eine Terminvergabe gibt und es folglich zu keinen Wartezeiten mehr kommt. „Auch die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt und die Informationen über die Gehrden-App und die Homepage wurden lobend erwähnt“, berichtet Malte Losert.

Und es gibt auch eine nette Anekdote. Bei dem Ortstermin in Leveste sucht ein Senior das Gespräch mit Losert. Er hat zu Hause aufgeräumt – und bringt ein antikes Dokument mit, das sich in seinem Familienbestand befindet.

Es handelt sich um eine Satzung für Wasseranschlüsse. Mit Wirkung vom 2. Juni 1935, unterzeichnet laut schwer lesbarer Inschrift von einem Landrat Freiherr von Oberhausen, war geregelt, welche Häuser und Wohnungen einen Wasseranschluss erhalten. „Das ist eine tolle Geschichte mit einem wertvollen Zeitdokument, wir werden es unserem Stadtarchiv zukommen lassen“, sagt Losert. Der Bürgermeister zieht eine positive Bilanz der Herbsttour: „Ich habe das jetzt zum ersten Mal gemacht, mache das gern wieder.“ Losert ist seit drei Jahren im Amt. Im nächsten Sommer, wenn es zum Wahlkampf kommt, mit Blick auf die Kommunalwahl im September 2026, kann er sich gewissermaßen ausruhen. Denn Losert wurde 2022 für neun Jahre gewählt, er steht erst wieder 2031 zur Wahl.

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