„Jugendarbeit ist genau unser Ding“
Der Konfi- und Jugendtreff der
Margarethengemeinde ist zum Erfolgsmodell geworden

Im Einsatz: Ben Denecke und Lisa Klindworth leiten den Jugendtreff, im Hintergrund wird an der Dartscheibe und am Krökeltisch gespielt.Foto: Stephan Hartung
Gehrden. Chillen. Krökeln. Darten. Quatschen, Spielen. Aktionen und alles, worauf ihr Lust habt! So steht es auf einem Plakat, mit dem der sogenannte Konfi- und Jugendtreff der Margarethengemeinde Gehrden auf sein Dienstag-Angebot aufmerksam macht. Möglichkeiten gibt es dort reichlich, viele Kinder und Jugendliche nutzen dafür die Räumlichkeiten des Gemeindehauses an der Kirchstraße – vor oder nach ihrem eigenen Konfirmanden-Unterricht. Der Geräuschpegel ist hoch, man muss seinen Gesprächspartnern gut zuhören. Hier ist also Leben in der Bude – vor kurzer Zeit war genau das in Gefahr.

Rückblick in den Herbst 2024: Was schon länger ein Gerücht war, wurde Wirklichkeit. Zum April 2025 würde eine halbe Diakonstelle wegfallen – aus Gründen von Kosteneinsparungen. Bis dahin führte Anja Marquardt die Stelle aus. „Da haben wir uns alle ein wenig erschrocken. Denn damit klar, dass die Veränderungen stärker sein würden als gedacht“, sagt Wichard von Heyden. Der Pastor der Margarethengemeinde ist zugleich Vorsitzender des Kirchenvorstands. Denn plötzlich war die Fortsetzung der Jugendarbeit in Gefahr. Man habe sich im Kirchenkreis besprochen, erinnert sich von Heyden, und sei verschiedene Modelle durchgegangen. „Klar war aber, dass wir das mit Ehrenamtlichen machen müssen.“

Und an dieser Stelle kamen junge Leute ins Spiel: Malte Zissel, Ben Denecke (beide 21) und Lisa Klindworth (22). „Wir wurden dann gefragt, ob wir nach dem Auslauf der Diakonstelle in Richtung Jugendarbeit tätig sein wollen“, sagt Ben und berichtet, dass man als Teamer schon in der Vergangenheit bei manchen Jugendfreizeiten dabei war. Alle drei machen bereits seit sechs Jahren Jugendarbeit. Und nach weiteren Gesprächen und dem Aufstellen eines Konzepts wurde dann Plan A des Kirchenkreises ab April 2025 in die Tat umgesetzt.

„Wir freuen uns, dass man uns das Vertrauen gegeben hat“, sagt Lisa und betont, „dass Jugendarbeit unser Ding ist – sie wird Teil unseres späteren Berufsfeldes sein.“ Sie und die beiden jungen Männer, die früher selbst im Kirchenkreis als Konfirmanden am Unterricht teilgenommen haben, studieren in Hannover Religionspädagogik. Für ihre Arbeit in der Kirchengemeinde erhalten sie eine Aufwandsentschädigung – also wie bei einem kleinen Job neben dem Studium. „Wir haben junge und engagierte Leute für dieses offene Angebot. Das ist für die Jugendarbeit total wichtig“, sagt von Heyden und spricht von „einem Erfolgsmodell“.

Und in ihrem ersten Dreivierteljahr haben Malte, der an diesem Tag verhindert ist, Ben und Lisa schon sehr viel geschafft – mit Aktionen wie einem Grillfest im Sommer und einem Kürbis-Schnitzen im Herbst, aber auch mit gemeinsamen Bastelstunden oder Kochnachmittagen. Im Sommer steht ein zwölftägiges Zeltcamp in Südfrankreich an. Und das Spielen mit Karten, am Krökeltisch oder an der Dartscheibe ist natürlich obligatorisch in den Räumen im Obergeschoss des Gemeindehauses.

Aber genau hier gibt es Veränderungen, die das Trio umgesetzt hat. Plissees an den Fenstern wurden angeschafft und montiert, außerdem eine Magnettafel und neue Spiele. Die Sitzgelegenheiten und Tische haben eine neue Anordnung, „so ist alles wohnlicher gestaltet. Wir haben auch immer ein offenes Ohr für die Wünsche und Ideen der Konfis“, sagt Lisa. Und natürlich kostet Jugendarbeit auch Geld. Im Gemeindegebiet gibt es einen Spendenaufruf für den Konfi- und Jugendtreff. Interessenten können sich melden per E-Mail unter evju.gehrden@outlook.de und dabei helfen, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

Druckansicht