In diesem Zusammenhang hat Stephan Fromm (UWG) im Ausschuss für Bildung, Erziehung und Betreuung die Schließung der Einrichtung an der Dammstraße kritisiert. Aus seiner Sicht sei sie zu verhindern gewesen. Grund dafür, dass die Stadt die Kita nicht mehr nutzt, waren offenbar personelle Probleme. Probleme, die laut Fromm hätten gelöst werden können. Die Schließung sei nicht alternativlos gewesen. „Nun haben wir im Stadtgebiet nur noch 18 statt 20 Gruppen“, meinte er. Es seien Betreuungsplätze verloren gegangen.
Die Kita an der Dammstraße, in der eigentlich zwei Gruppen mit je 25 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren betreut werden können, war zuletzt nicht voll belegt. Wegen Personalmangels sind bereits im September 19 Jungen und Mädchen aus der Kita Dammstraße in die Kita Am Castrum gewechselt, zusammen mit einer Bezugserzieherin. Die verbliebenen 15 Kinder wechselten im Oktober in die Kita Nedderntor.
Ungenutzt bleiben soll das Haus an der Dammstraße, das der Kirche gehört, allerdings nicht allzu lange. Die Elterninitiative „Die Garten-Kids“ will als freier Träger dort einziehen. Termin soll der 1. Februar des nächsten Jahres sein. Ob daraus etwas wird, ist allerdings noch offen. Bislang liegt noch keine Betriebserlaubnis der Region vor.
Grund dafür sind bauliche Mängel und der Brandschutz. So könne nach Auskunft von Bürgermeister Malte Losert (parteilos) das erste Obergeschoss nicht mehr genutzt werden, weil die Brandschutzauflagen nicht erfüllt werden können.
Fachbereichsleiterin Sandra Dreier sprach davon, dass es immer wieder neue Auflagen gebe. Dabei sei die Elterninitiative gut vorbereitet. Personal sei gefunden worden, sagte Dreier. Die Elterninitiative kann zunächst für zehn Drei- bis Sechsjährige neue Betreuungsplätze schaffen. Das sind weniger als geplant. Die ursprünglich geplante Betreuung von fünf Krippenkindern ab zwei Jahren und von 15 Kindergartenkindern ab drei Jahren kann aufgrund geänderter bau- und brandschutzrechtlicher Anforderungen an das Gebäude so nicht realisiert werden. Laut Verwaltung gibt es bereits mehrere Anfragen aus der Elternschaft, die ihre Kinder bei den „Garten-Kids“ anmelden wollen.
Ein Lichtblick in der angespannten Betreuungssituation ist die neue Kita im Wohnquartier Vorwerk. Dort ist mit den Arbeiten für die neue Einrichtung begonnen worden. Zwei Krabbelgruppen und bis zu drei Kindergartengruppen sollen in dem neuen Kita-Gebäude unmittelbar an der Bahnhofstraße untergebracht werden. Insgesamt könnten 98 Jungen und Mädchen betreut werden. Die Einrichtung wird allerdings frühstens im November 2026 fertig. Betrieben werden soll die Kita Vorwerk von Venito, Diakonische Gesellschaft für Kinder, Jugendliche und Familien. Die Gesamtkosten für den reinen Bau belaufen sich auf rund 6 Millionen Euro. Und auch ein Name ist inzwischen gefunden: Kindertagesstätte Am Spehrteich wird die Einrichtung heißen.
Unabhängig davon rechnete Nurettin Demirel, Fachbereichsleiter Finanzen, vor, dass 37 Prozent des gesamten Haushalts in den Bereich Betreuung fließen. „Es sind vor allem die Personalkosten“, sagte er. 55 Prozent des für 2026 mit etwa 15 Millionen Euro kalkulierten Haushaltsdefizits kämen aus dem Kita-Bereich.